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| 15. 10. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Auch in der Wirtschaftskrise ist das durchschnittliche Vermögen der 1000 reichsten Chinesen im vergangenen Jahr um 30 Prozent gestiegen. Die Zahl der Millionäre und deren Vermögen sind aber etwas geschrumpft.
An Chinas Superreichen scheint die Finanzkrise glatt vorbei zu gehen: So stieg das durchschnittliche Vermögen der 1000 reichsten Chinesen im vergangenen Jahr um 30 Prozent auf 571 Millionen US-Dollar (383 Millionen Euro), wie es in einem vorgestern veröffentlichten Bericht heißt. Demnach übertrifft ihr Vermögen das Rekordhoch von 538 Millionen US-Dollar (361 Millionen Euro) pro Person im Jahr 2007.
Unter den Top Ten waren dieses Mal sieben Bauträger. Laut der jährlichen Hurun Liste der reichsten Chinesen spiegelt diese Entwicklung den Boom auf dem Immobilienmarkt wieder.
"Das meiste Vermögen wurde durch die starken Urbanisierungsprogramme generiert, die von der Immobilienbranche und angeschlossenen Branchen angeführt wurden", sagte Rupert Hoogewerf, Gründer der Hurun Liste der Reichen. "Die vielen Städte, die derzeit neu gebaut werden, brauchen Bauträger sowie Eisen-und Stahlhersteller. Als letztes folgen die Autos."
Der reichste Chinese ist mit 5,1 Milliarden US-Dollar (3,4 Milliarden Euro) Privatvermögen der 43-jährige Wang Chuanfu, Präsident des chinesischen Auto- und Batterieunternehmens BYD, in das US-Investor Warren Buffett investierte.
Die Top Ten Liste der Reichen hat 2009 sechs neue Gesichter – die stärkste Veränderung der Zusammensetzung der Elitegruppe seit Gründung der Hurun Rangliste im Jahr 1999.
Für einige war dies nur ein kleiner Trost. Huang Guangyu, Gründer von Gome Electrical Appliances Holdings und 2008 der reichste Mann Chinas, wurde im Dezember wegen Verdachts der Marktmanipulation und Korruption festgenommen – dennoch belegt er dieses Jahr immer noch Platz 17.
Rong Zhijian, der als Vorsitzender des großen Konglomerats CITIC Pacific nach einer missglückten Währungsspekulation im April zurücktrat, fiel von Platz 5 auf Platz 37 und stelle damit vermutlich das größte Opfer der Finanzkrise dar.
Die Zahl der Bürger aus Shanghai unter den reichsten Chinesen fiel dieses Jahr von 98 auf 89. Shanghais reichster Mann ist Xu Rongmao, ein Bauträger auf Platz 3.
Trotz der schwierigen Zeiten sei die Zahl Chinas superreicher US-Dollar-Milliardäre von 101 im Vorjahr auf 130 gestiegen. Noch 2003 habe es in China offiziell keine Superreichen gegeben.
Aber dies ist wohl nur das halbe Bild. "Die tatsächliche Zahl der US-Dollar-Milliardäre in China liegt vermutlich sogar bei 260" sagte Hoogewerf. "Es gibt immer noch viele, die nicht auf unseren Radarschirmen auftauchen, weil sie ihr Vermögen abseits des Rampenlichts von Immobilen, Börse und Investments machen."
Dem Bericht zufolge entsteht das meiste Vermögen im Immobilien-, Produktions- und Finanzsektor. Die am schnellsten wachsende Branche, in der man Kohle machen kann, ist der Bergbau.
Chinas Stadtbevölkerung soll Schätzungen zufolge bis zum Jahr 2025 auf 300 Millionen Menschen angewachsen sein. Das sei der Grundstein für weiteres Vermögenswachstum, hieß es in dem Bericht.
Millionäre haben's schwerer
Zwar ist das durchschnittliche Vermögen der 1000 reichsten Chinesen 2008 gestiegen, aber ein Bericht von Merrill Lynch am 13. Oktober zeigt, die chinesischen Millionäre sind im letzten Jahr viel weniger geworden. Bis Ende 2008 gab es in China dem Bericht zufolge 364.000 Menschen, die über mehr als 1 Million US-Dollar verfügen. Ihre Zahl ist 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 11,8 gesunken, ihr Gesamtvermögen um ganze 20,7 Prozent gefallen.
Die Zahl der US-Dollar-Millionäre in China liegt auf Rang Vier – nach den USA, Japan und Deutschland. Der Club der chinesischen Millionäre ist dennoch kleiner als die der drei anderen Ländern. Ihre Zahl beträgt weniger als die Hälfte der Millionäre im vergleichsweise kleinen Deutschland.
Quelle: Shanghai Daily
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