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15. 10. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Umweltverschmutzung

Bluttests zeigen 968 Kinder mit zu hohen Bleiwerten

In der Provinz Henan wurden bei 968 Kinder zuviel Blei im Blut festgestellt. Nun hat die betroffene Stadt den Betrieb sämtlicher Bleifabriken auf ihrem Land suspendiert.

Bluttests bei 968 Kindern, welche in der Nähe von Chinas größter Metallhütte wohnen, zeigten exzessiv hohe Werte des giftigen Schwermetalls. Das Gesundheitsbüro der Stadt Jiyuan in der zentralchinesischen Provinz Hunan startete die Tests bei 2743 Kindern, welche jünger als 14 waren und in der Nähe der drei größten Hütten wohnen, verkündete der Direktor des städtischen Gesundheitsbüros, Wie Zongchang, gestern. "Die Neuigkeit (der zu Hohen Bleikonzentrationen) ist wie ein Erdbeben. Wir alle sorgen uns um die Gesundheit unserer Kinder", meinte Li Hongwei, ein Einwohner des Dorfes Shibin. Ein paar Dorfbewohner demonstrierten Ende des letzten Monats vor den Fabriken, hielten Plakate und riefen "Wofür sollen wir als Bauern arbeiten, wenn es unserer Gesundheit schadet?" und "Gibt uns den blauen Himmel und das saubere Wasser wieder!" Duan Xizhong, Sekretär des Jiyuan Komitees der kommunistischen Partei Chinas, verkündete, dass die Stadtregierung die Bleiproduktion in 35 Fabriken suspendiert habe.

Kinder evakuiert. Umweltinspektoren wurden bei den drei grössten Fabriken aufgeboten: bei der Yuguang Gold- und Bleigruppe, der Wanyang Schmelzgruppe und bei Jinli Hütten. Alle Kinder, welche in einem Umkreis von 1000 Metern um die Hütten lebten, wurden evakuiert. Die Regierung gewährte ihnen Taschengeld sowie Bildungsunterstützung. Manche Kinder unter sechs Jahren leben in einem lokalen Hotel und die Regierung eröffnete einen eigenen Kindergarten für sie. Yang Anguo, Vorsitzender der Gold- und Bleigruppe, der grössten Bleiproduzentin des Landes, verkündete: "Wir übernehmen die volle Verantwortung für die Verschmutzung! Die Verschmutzung, hat sich in den letzten 20 oder mehr Jahren angesammelt und ihre Wohnhäuser sind zu nahe bei den Fabriken."

Li Yuanxiang, Chefingenieur der Wanyang Schmelzgruppe, erzählte, dass sein Unternehmen zwischen 2000 und 2004 Produktionstechniken verwendet habe, welche den grössten Teil der Fabrikverschmutzung zu verantworten hätten. In Jiyuan werde seit 52 Jahren Blei produziert und die exzessiven Bleiwerte im Blute der Kinder seien ein Resultat langfristiger Ansammlungen, sagte der Bürgermeister der Stadt Jiyuan, Zhao Suping.

Öffentliche Entrüstung. Zhao sagte zudem, dass über 200 Regierungsfunktionäre geschickt worden seien, um den Dorfbewohnern die Lage zu erklären. Die Regierung organisierte außerdem eine Reise von Dorfvertreten nach Fengxiang in der Provinz Shaanxi, wo 851 Kinder zuviel Blei im Blut haben und 174 von ihnen sogar im Spital behandelt werden mussten. Dies sollte den Zorn der Dorfbewohner dämpfen. Die Massenbleivergiftung in Fengxiang wurde im August entdeckt und führte zu einem Aufschrei in der Öffentlichkeit und zu viel Aufmerksamkeit in den Medien. Hat ein Kind zuviel Blei aufgenommen, könnte es Blutarmmut, Muskelschwäche oder Hirnschäden davontragen. Das Blei sammelt sich normalerweise sukzessive im Körper an. Ähnliche Berichte über Bleivergiftungen gab es auch in den Provinzen Yunnan und Fujian in den letzten Monaten, die Anzahl betroffener Kinder stieg inzwischen auf über 3000.

Quelle: Xinhua

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