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| 26. 10. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Während die USA den A/H1N1-Notstand ausrufen, wollen mehr als 54 Prozent aller Chinesen sich nicht gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Sie misstrauen der Sicherheit und Qualität des Impfstoffs, sagt eine neue Studie.
China Daily und Sohu.com haben eine Umfrage gestartet, um herauszufinden, wie die Chinesen heute zur Impfung gegen H1N1 stehen. Mehr als 54 Prozent aller 2000 Befragten misstrauen nun der Sicherheit und Qualität des chinesischen Impfstoffs. Noch vor zwei Monaten wollten sich 76 Prozent auf jeden Fall impfen lassen.
"Der Impfstoff wurde so schnell entwickelt und von den Behörden genehmigt, dass ich seine Qualität und Sicherheit in Frage stellen muss", sagte Zhang Lin, eine 36-jährige arbeitende Mutter in Beijing, die keine freie Impfung für ihren acht Jahre alten Sohn akzeptieren will.
Nur 30 Prozent der Befragten neuen Studie würden sich gerne impfen lassen und kaum mehr als 15 Prozent würden das tun, wenn andere Leute es auch tun. Das Land plane bis Ende des Jahres fünf Prozent der Bevölkerung zu impfen, so Gesundheitsminister Chen Zhu, denn der Ausbruch wird gegen Dezember im ganzen Land erwartet. "Mehrere zehn Millionen könnten infiziert werden", warnte Zeng Guang, Chefepidemiologe am chinesischen Zentrum für Krankheitskontrolle und -prävention (CDC). Ein Anstieg der kritischen oder Todesfälle wäre unvermeidlich, sagte He Xiong, Vizedirektor des Beijinger CDC. Aber so wie die 36-jährige Mutter Zhang zweifeln viele an der Sicherheit des Wirkstoffs, 23 Prozent davon befürchten gar Gegenwirkungen. Elf Prozent der 2000 Befragten meinen, sie seien jung und gesund genug, um ohne Impfstoff klarzukommen. Bisher sind in China 300.000 Menschen geimpft worden, vor allem junge Studenten und alte Menschen. Einige zeigten Gegenwirkungen wie Schwellungen im Intimbereich und Fieber.
In Festlandschina hätten sich 33.064 Menschen angesteckt, so die offiziellen Zahlen von Freitag. Allein im Oktober sind landesweit vier Menschen an H1N1 gestorben, etwa zuletzt ein siebenjähriger Junge in der Provinz Heilongjiang, der an einer saisonalen Grippe und schwerer Pneumonie starb, wie lokale Behörden berichteten. Weltweit starben laut WHO bisher knapp 5000 Menschen an der Schweinegrippe. Anders als bei anderen Grippearten betrifft diese vor allem Kinder und junge Erwachsene. Vor allem US-Präsident Obama hatte am Freitag den Ausbruch der Epidemie als nationalen Notstand bezeichnet.
Die Geschwindigkeit, mit der China einen Impfstoff auf den Markt gebracht hat, würde nicht überraschen, meint Yuen Kwok-yung, Chef der Abteilung für Mikrobiologie an der University of Hong Kong. Jedoch glaubt er, dass es in China mehr fatale H1N1-Fälle gebe als offiziell berichet. "Außerdem wurden die Todesfälle aufgrund der zuvor existierenden Gesundheitsbedingungen in China und anderer Komplikationen durch das Virus nicht berücksichtigt."
Quelle: China Daily
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