Home Aktuelles
Multimedia
Service
Themenarchiv
Community
Home>Fokus Schriftgröße: klein mittel groß
30. 10. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Interview

Chinas Tibet-Politik ist beständig

Chinas Tibetunterhändler Zhu Weiqun wurde am 22. September vom deutschen Magazin Focus über Chinas Tibet-Politik und die Haltung der Zentralregierung gegenüber dem Dalai Lama interviewt. Im Folgenden ein Auszug des Interviews, das am 5. Oktober in dem Magazin veröffentlicht wurde.

Focus: Tibet ist ein autonomes Gebiet Chinas. Was verstehen Sie unter dem Begriff "Autonomie"?

Zhu: Wegen ihrer verschiedenen kulturellen Traditionen und ihrer unterschiedlichen ethnischen Struktur ist es klar, dass alle Länder eine unterschiedliche Politik für ethnische Autonomie anwenden. Jedes Land hat das Recht, die ethnischen Beziehungen im eigenen Land nach den eigenen Gegebenheiten zu regeln. Kein Land hat das Recht, seine eigene Politik anderen Ländern aufzudrängen.

Focus: Welche Rechte genießen die Tibeter? Können Sie uns ein Beispiel nennen, auf welche Weise die Tibeter ihre eigenen Rechte ausüben?

Zhu: Die Tibeter wählen den Volkskongress und die Regierungen aller Ebenen im Autonomen Gebiet Tibet. Nach dem Prinzip der Verfassung haben sie das Recht, Entscheidungen über Wirtschaft und soziale Angelegenheiten in Tibet zu treffen. Unsere nationale Autonomie steht in Beziehung zu der Einheit des Landes und der Vereinigung aller ethnischen Gruppen. Nationale Autonomie existiert nicht ohne sie.

In Tibet sind 70 Prozent der Beamten auf Regionalebene, 80 Prozent auf Präfekturebene und 90 Prozent auf Landesebene Tibeter.

Focus: Der Dalai Lama und einige Tibeter werfen Beijing vor, die Tibeter seien von dem Prozess der Modernisierung Tibets ausgeschlossen und hätten nicht das Recht, an kulturellen und religiösen Veranstaltungen teilzunehmen. Ist es außerdem wahr, dass die Tibeter verschiedene Positionen in der Lokalregierung einnehmen, aber die meisten von ihnen keine wichtige Stellung haben?

Zhu: Die Behauptung, dass tibetische Beamte nur formale Positionen ohne wirkliches Entscheidungsrecht einnehmen, stimmt nicht. Wie sollte Tibet eine solch enorme Entwicklung innerhalb von so kurzer Zeit ohne unsere tibetischen Beamten in wichtigen Positionen durchmachen können? Unsere Statistiken zeigen, dass knapp 70 Prozent derjenigen in Spitzenpositionen der lokalen Parteikomitees in der ganzen Region Tibeter sind.

Der so genannte "Autonomieplan" des Dalai Lama für Tibet legt sein Bestreben offen, Tibets feudalhierarchisches System in der Himalaya-Region wiederherzustellen.

1   2   vorwärts  


Quelle: China Daily

Druckversion | Artikel versenden | Kommentar | Leserbrief | zu Favoriten hinzufügen | Korrektur

Kommentar schreiben
Kommentar
Ihr Name
Kommentare
Keine Kommentare.
mehr