Home Aktuelles
Multimedia
Service
Themenarchiv
Community
Home>Fokus Schriftgröße: klein mittel groß
30. 10. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Interview

Chinas Tibet-Politik ist beständig

Focus: Woher rührt das Misstrauen der chinesischen Regierung gegenüber dem Dalai Lama? Sie behauptet auch, er habe im März 2008 die Unruhen in Tibet angezettelt. Wo sind die Beweise?

Zhu: Der Dalai Lama ist nach einer gescheiterten Sabotage 1959 gegen die demokratischen Reformen der chinesischen Zentralregierung geflohen. In den 1960er Jahren war der Dalai Lama mit der Hilfe einiger westlicher Länder lange Zeit an bewaffneten Sabotageaktionen und Unruhen im Grenzgebiet beteiligt. Nachdem all diese Komplotte und Verschwörungen vereitelt worden waren, begann der Dalai Lama, an die so genannte "Mittellinie" zurückzukommen anstatt vollständige "Unabhängigkeit" für Tibet zu fordern. Aber diese so genannte "Mittellinie" ist immer noch in der Realität die "Unabhängigkeit" Tibets. Wir haben genügend Beweise dafür, dass die Gewalt in Lhasa vergangenes Jahr von der Dalai-Clique vorsätzlich geplant, gelenkt und angestiftet wurde. Die Existenz der so genannten tibetischen "Exilregierung", die im Grunde eine Separatistengruppe im Ausland ist, ist an sich eine Quelle von Unruhen. Von 2007 an bis zur Eröffnung der Beijinger Olympischen Spiele hat die Dalai-Clique, insbesondere die Extremistengruppe Tibetischer Jugendkongress, eine Reihe gewaltsamer Aktionen organisiert und angestiftet, um die tibetische Gesellschaft zu zerreißen. Auch hat der Dalai Lama selbst seit den Unruhen vom 14. März 2008 in verschiedenen Reden Beteiligte verteidigt.

Focus: Ende des vergangenen Jahres brach die chinesische Zentralregierung die Gespräche mit dem privaten Vertreter des Dalai Lama ab. Unter welchen Bedingungen würde die Zentralregierung die Tibet-Gespräche mit Dalai-Vertretern wieder aufnehmen?

Zhu: Es ist nicht die chinesische Zentralregierung, sondern der Dalai Lama selbst, der die so genannten Gespräche abgebrochen hat. Bei den Gesprächen im vergangenen November präsentierten die Vertreter des Dalai Lama ein so genanntes "Memorandum über die wahre Autonomie der Tibeter" und behaupteten, dass die folgenden Gespräche mit der Zentralregierung auf diesem Memorandum basieren sollten. Die Haltung der Zentralregierung dazu ist klarerweise, dass das Memorandum eine andere Ausgabe des Komplotts für die "Unabhängigkeit" für Tibet ist, was völlig inakzeptabel ist. Die Dalai-Clique wurde sich bewusst, dass ihr Versuch fehlschlagen werde, berief sofort eine Sondersitzung unter allen "Exiltibetern" ein und gab die Aussetzung des Kontakts und der Gespräche bekannt.

Es ist die beständige Haltung der Zentralregierung, immer offen für Gespräche zu sein. Aber das natürlich nur unter der Bedingung, dass der Dalai Lama seine separatistischen Äußerungen und Aktionen unterlässt.

Focus: Als wir Tibet besuchten und mit jungen Leuten dort sprachen, lobten alle den deutlichen Fortschritt im Lebensstandard. Im geistlichen Bereich allerdings ist die religiöse Lehre ausschließlich an Tempel gebunden. Es gibt keinen Religionsunterricht in Schulen. Und haben die Tibeter das Recht, ihre Meinungen zu äußern und die Regierung zu kritisieren?

Zhu: Auch wenn Tibet eine rapide, großartige wirtschaftliche Entwicklung gemacht hat, gibt es immer noch eine Kluft zwischen dem Gebiet und den östlichen Teilen des Landes. Insofern kann man nicht sagen, dass Tibet sich zu schnell modernisiert hat, im Gegenteil, es muss sich noch schneller entwickeln.

Was die Religion anbelangt, genießen die Tibeter, wie die Menschen in anderen Gebieten des Landes auch, ausreichende Glaubensfreiheit. Das Recht auf religiösen Glauben und religiöse Praktiken wird ohne Einschränkungen respektiert und geschützt. Aber natürlich ist es in einem sekulären Staat mit Trennung zwischen Kirche und Schule, wie in den meisten Ländern der Welt, nicht erlaubt, in öffentlichen Schulen Religion zu propagieren.

Im ganzen Land, einschließlich Tibet, haben die Bürger die Freiheit, die Regierung zu kritisieren. Kritik, die in den Medien, insbesondere im Internet, auftaucht, wird geschützt. Allerdings wird nicht toleriert, wenn Personen die Gesetze brechen, die nationale Einheit sabotieren und den Staat umstürzen.

   zurück   1   2  


Quelle: China Daily

Druckversion | Artikel versenden | Kommentar | Leserbrief | zu Favoriten hinzufügen | Korrektur

Kommentar schreiben
Kommentar
Ihr Name
Kommentare
Keine Kommentare.
mehr