| Home | Aktuelles |
Multimedia |
Service |
Themenarchiv |
Community |
| Home>Fokus | Schriftgröße: klein mittel groß |
| 01. 11. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
In ganz China steigen erneut die Preise für Wasser. Viele Städte veranstalten öffentliche Anhörungen, andere geben einfach ihre Entscheidung für eine Preiserhöhung bekannt.
Obwohl die meisten Wasserwerke angaben, die Preiserhöhungen seien notwendig, um die Wasserversorgung zu sichern, beschwerten sich viele Betroffene über fehlende Transparenz in den Kosten der Wasserversorgung. Sie bezeichneten die sogenannten öffentlichen Anhörungen als Farce ohne jede Möglichkeit, gegen die Preiserhöhungen zu stimmen.
Mehr als 30 Städte, darunter Yinchuan und Harbin, wollen die Trinkwasserpreise erhöhen. Tianjin, Shanghai und andere Städte haben die Preise bereits in diesem Jahr erhöht.
In Beijing hat sich der Trinkwasserpreis seit 2001 verneunfacht, von 0,12 Yuan (1 Cent) auf 3,7 Yuan (37 Cent) pro Kubikmeter. Nach Angaben der Wasserbehörde in Beijing soll der Preis dieses Jahr erneut steigen.
Ende 2008 lag der Wasserpreis für Haushalte und Industrie in 36 großen und mittelgroßen chinesischen Städten bei 2,35 Yuan (23 Cent) beziehungsweise 3,19 Yuan (32 Cent) pro Tonne entsprechend einem Anstieg von 12,4 beziehungsweise 17,2 Prozent.
"Wasser ist ein Grundbedürfnis des Menschen, wird aber als ein kommerzielles Produkt behandelt", sagte ein Bürger aus Shanghai gegenüber Global Times. "Dann speichern wie am besten schon mal Luft, falls wir in China bald auch noch dafür bezahlen müssen."
Der Preisanstieg habe noch nicht seinen Höhepunkt erreicht, berichtete Chinas Industry and Economy Newspaper (CIEN). "Die Preise werden bald erneut ansteigen, denn sie decken noch nicht alle Kosten in Beijing ab", hieß es aus CIEN Kreisen.
Lanzhou, Hauptstadt der trockenen nordwestchinesischen Provinz Gansu, kündigte vergangene Woche eine Preiserhöhung um 20 Prozent an.
Die Bürger, die an den öffentlichen Anhörungen zur Erhöhung der Wasserpreise teilnahmen, hatten keine Möglichkeit, dagegen zu stimmen. Sie konnten nur zwischen einem Anstieg von 0,3 Yuan (3 Cent) oder 0,4 Yuan (4 Cent) pro Kubikmeter wählen, berichtete die chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua.
"Es ist als ob man die öffentliche Meinung vergewaltigt", sagte Yu Hui, ein Forscher des Instituts für Industriewirtschaft an der chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften, zur Global Times. "Sie haben uns keine weiteren Informationen über die Kosten der Wasserversorgung gegeben und uns gezwungen, die Preiserhöhung zu akzeptieren."
Wenn der Preisanpassungsprozess transparenter wäre, wäre es kein schlechte Sache, den Preis in vernünftigem Rahmen zu erhöhen und die Öffentlichkeit dazu zu zwingen, sparsamer mit dem Wasser umzugehen, sagte Yu.
In Beijing verbraucht ein Haushalt von drei Personen rund 10 Tonnen Wasser im Monat und muss dafür zwischen 30 Yuan (3 Euro) bis 50 Yuan (5 Euro) bezahlen.
Einige beschweren sich, dass die Preiserhöhung nicht mit einer Verbesserung der Wasserqualität einherginge.
"Wir trauen uns nicht, das Wasser hier zu trinken. Wenn wir das Wasser kochen, bleibt immer eine dicke Ablagerung im Boiler", sagte ein Fahrer, aus dem Beijinger Vorortsbezirk Tongzhou.
Die meisten Chinesen in den Städten trinken lieber kein Leitungswasser, obwohl viele Städte behaupten, ihr Wasser sei trinkbar.
Das Dilemma der Wasserwerke
Die chinesische Regierung scheint in einem Dilemma zu sein. Die Öffentlichkeit ist mit der Preiserhöhung unzufrieden, während die Wasserwerke ihre Wasseraufbereitungsanlagen nur mit ausreichender Finanzierung erneuern können.
Die chinesische Wasserbranche verzeichnet nach eigenen Angaben seit 1995 steigende Verluste.
Seit 1988 haben viele Städte ihre Preise erhöht. Die meisten Wasserwerke können ihren Betrieb nur gerade so am Laufen halten, ergab eine Umfrage bei mehr als 3000 Wasserversorgungsunternehmen, die vom Research Center of Water Industry Policy der Universität Tsinghua durchgeführt wurde.
Wie die offiziellen Statistiken der Luoyang Wasserbehörde zeigen, hat das Wasserversorgungswerk in Luoyang in der Provinz Henan in den vergangenen Jahren 6,3 Millionen (626.000 Euro), 8,2 Millionen (815.000 Euro) und 20,3 Millionen Yuan (2 Millionen Euro) Verlust hinnehmen müssen.
"Der langfristige Verlust liegt im Mangel an öffentlichen Zuschüssen", sagte Xu Zongwei, stellvertretender Direktor der Regulierungsabteilung von Chinas Wohn-
und Baubehörde.
Die öffentliche Bezuschussung lag im Jahr 1981 bei 26 Prozent der Gesamtausgaben für die städtische Infrastruktur und fiel bis zum Jahr 2007 auf 0,8 Prozent, wie die Statistiken der Wasserbehörde zeigten.
"Da die Regierung nur minimale finanzielle Unterstützung leistet, werden die Wasserversorgungsunternehmen ihre Kosten sicherlich an den Verbraucher in Form von Preiserhöhungen weitergeben", sagte Fu Tao, Direktor des Forschungszentrums an der Universität Tsinghua.
Quelle: Global Times
Druckversion | Artikel versenden | Kommentar | Leserbrief | zu Favoriten hinzufügen | Korrektur
| Kommentar schreiben |
| Kommentare |
|
Keine Kommentare.
|
| mehr |