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| 02. 11. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
In einem gewagten Versuch unternimmt der chinesische Yuan einen Jungfernflug nach Übersee. Wie die Währung eines Landes außerhalb seiner Grenzen aufgenommen wird, ist ein genauer Maßstab für die Macht eines Landes. Benachbarte südostasiatische Länder empfangen den Yuan wärmstens, hieß es in Presseberichten.
Doch davon ist nichts zu spüren. Zumindest ist an vielen Rezeptionen großer Hotels die Umtauschrate zwischen chinesischem Yuan und vietnamesischem Dong in der Liste der Wechselkurse wichtiger Währungen nicht enthalten.
Obwohl wir so stolz auf unser zukunftversprechendes China sind, ist Chinas Einfluss in einem Land, das uns so nahe steht wie Vietnam, enttäuschend wenig sichtbar.
China beliebt an vietnamesischen Universitäten
Allerdings gibt es auch einige positive Zeichen, die zeigen, dass China doch interessant ist. Wissenschaftler studieren das chinesische politische Modell und ahmen erfolgreiche Beispiele nach, während sie versuchen, die harten Erfahrungen Chinas zu umgehen.
In der angesehenen Vietnamesischen Akademie der Sozialwissenschaften ist das China Institut das einzige, das sich auf das Studium eines einzigen Landes konzentriert. So wie auch in vielen anderen Ländern der Welt steigt die Begeisterung für das Mandarin-Studium in Universitäten.
All dies ergibt ein kompliziertes und in vielerlei Hinsicht widersprüchliches Bild von China. Einerseits ist China ein Land, das rasch billige Verbrauchsgüter herstellt, andererseits jedoch bereits zu beachtlichem Reichtum gekommen ist.
Gemessen an unseren Erfahrungen wird der wahre Einfluss Chinas unseren Erwartungen nicht gerecht. Übermaß, getrieben von der Suche nach Anerkennung, führt schnell zu dem Wahn, dass alle Welt einen Narren an China gefressen hat.
Einfluss braucht Multiplikatoren. Marken "Made in China" kommen zwar in Mode, doch haben sie nicht die Stärke, diese Multiplikatorenrolle auszufüllen. Chinesische Kulturgüter haben ihren Weg ebenfalls noch nicht in ausländische Durchschnittsfamilien gefunden.
Doch wir haben allen Grund, guter Dinge zu sein, denn Chinas Einfluss nimmt Formen an - obwohl er gerade erst begonnen hat und langsam wächst. China steht im Mittelpunkt akademischen Interesses. Junge, gebildete Menschen sehen ihre Zukunft in China und lernen die Sprache.
Wenn alles gut geht, wird China bald in das Leben gewöhnlicher Menschen einziehen.
Quelle: Global Times
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