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| 02. 11. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Das A/H1N1-Grippevirus verbreitet sich rasend schnell in China, aber die Lage sei unter Kontrolle, sagte ein Offizieller des Gesundheitsministeriums am Sonntag in Beijing.
"Gegenwärtig sind rund 80 Prozent aller Grippeinfektionen in China auf das A/H1N1-Virus zurückzuführen", sagte Liang Wannian, ein Offizieller des Gesundheitsministeriums. "Allerdings ist der Verlauf der Erkrankung meist sehr schwach und es gibt keine Hinweise auf eine Mutation des Virus." Bis Samstag wurden auf dem chinesischen Festland über 46.000 Erkrankungen mit dem Schweinegrippevirus bestätigt. 75 Prozent der Infizierten sind bereits wieder gesund. Von den 93 besonders schwer erkrankten Patienten sind 55 noch immer im Krankenhaus, sagte das Ministerium. Seit dem 2. Oktober haben sich auf dem Festland sechs Todesfälle ereignet.
Die Experten des Ministeriums warnten davor, dass die Grippe in eine Periode eingetreten ist mit einer hohen Erkrankungsfrequenz und einem schnellen Ansteigen der Zahl der Erkrankungen im Land. Dies könne bis zum kommenden März andauern. Liang hat daher die Gesundheitsämter im ganzen Land dazu aufgerufen, "sich auf das schlimmste vorzubereiten und das beste zu tun".
Liang betonte, dass sich Medizininstitute und Krankenhäuser im ganzen Land auf einen Ausbruch vorbereiten, in dem sie die personelle, mateielle und technische Hilfe aufstocken, um so mit möglichen Notfallsituationen klarzukommen. "China hat eine Reihe von Maßnahmen in Angriff genommen, um einem Ausbruch der Seuche vorzubeugen. Diese zeigen sich nun als wirksam: Sie verschaffen dem Land etwas Zeit, um sich auf eine schlimmere Epidemie vorzubereiten." Außerdem hätten die Präventionsmaßnahmen auch die Ausbreitung der Grippe in hohem Maß verlangsamt und die Zahl der Toden reduziert.
Als erstes Land in der Welt hat China die Produktionslizenz für den Impfstoff vergeben. Bis Samstag hatte China bereits über 3,78 Millionen Menschen geimpft. Bisher hat es aber laut dem Ministerium noch keinen Bericht über ernsthafte Nebenwirkungen gegeben. Die Impfungen werden im ganzen Land ausgeführt. Ausnahmen bilden die Munizipalität von Chongqing und die Provinzen von Anhui, Jiangxi und Sichuan. Rund 33,4 Millionen Dosen mit dem Impfstoff wurden bis Samstag für die Impfung freigegeben. 26 Millionen haben inzwischen lokale Medizinische Institutionen erreicht.
Die Impfung gilt als einer der effektivsten Wege, um sich gegen einen Ausbruch einer Grippe zu schützen. Aber saisonale Grippeimpfungen würden laut Experten die Menschen nicht gegen das Schweinegrippevirus schützen. Nimmt man die realen Produktionskapazitäten der chinesischen Pharmabetriebe als Rechengrundlage, dann sollten die acht chinesischen Impfstoffhersteller in der Lage sein, bis zum ersten Quartal des nächsten Jahres rund 100 Millionen Dosen herzustellen, hieß es seitens des Gesundheitsministeriums weiter. Allerdings bräuchten gegenwärtig rund 390 Millionen Menschen auf dem chinesischen Festland eine Impfung. Die Hauptzielgruppen für eine Impfung seien Angehörige der Volksbefreiungsarmee und der Bewaffneten Polizei. Darüberhina auch Polizeiangehörige, Ärzte, Lehrer, Studenten und Leute, die an Schlüsselstellen arbeiten. Ebenfalls sollen Menschen mit chronischen Krankheiten oder Problemen mit dem Herz zuerst geimpft werden, so die Experten.
Weil noch genaue Daten zum Impfstoff fehlen, gehören Kinder unter drei Jahren und schwangere Frauen nicht zur Zielgruppe. Derzeit seien jedoch gerade kleine Kinder die Gruppe mit dem höchsten Risiko: Bis zum 31. Oktober waren auf dem chinesischen Festland mehr als 1500 Fälle einer Masseninfektion gemeldet worden. 98 Prozent davon standen in Verbindung mit einer Infektion an den Schulen. Das Festland verfügt nun über 411 Labore und 566 Krankenhäuser, die sich mit dem Kampf gegen die Grippe beschäftigen.
Quelle: Xinhua
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