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20. 11. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Schweinegrippe

Lokale Behörden sollen Zahlen korrekt weitergeben

Das chinesische Gesundheitsministerium hat am Donnerstag versprochen, alle zu bestrafen, welche H1N1-Fälle nicht melden. Damit antwortete es auf Vorwürfe eines Experten, der an der offiziellen Zahl der Schweinegrippeopfer in China zweifelt.

Einige Mediziner haben laut darüber Zweifel geäußert, ob die Statistiken zur Schweinegrippe der Realität entsprechen. Sie betonten Engpässe bei der medizinischen Versorgung und die Tatsache, dass nicht alle Patienten mit Schweinegrippesymptomen gestestet werden. Dies könnte zu einer zu tief angebenen Zahl führen.

Zhong Nanshan, ein bekannter Arzt aus Guangzhou, der 2003 die SARS-Epidemie bekannt gemacht hat, geht sogar noch einen Schritt weiter: Er vermutet, dass einige lokale Regierungsstellen bewusst Fälle verheimlichen. "Ich kann einfach nicht glauben, dass es im ganzen Land nur 53 Todesfälle gegeben haben soll", sagte Zhong der Southern Metropolis Daily. Er glaubt, dass die reale Zahl sehr viel höher liegt.

Das Gesundheitsministerium gibt an, dass auf dem Festland bis Montag 69,160 am Virus erkrankt sind. In dem besagten Artikel kritisierte Zhong, dass in manchen Gegenden Chinas die Leute, die an einer Lungenentzündung sterben, nicht auf Schweinegrippe getestet würden. Der Sprecher des Ministerums, Deng Haihua, erwiderte darauf, dass alle bestraft werden, welche H1N1-Fälle nicht melden oder sie nur verzögert weitergeben.

Vivian Tan, Pressesprecherin des Beijinger Büros der Weltgesundheitsbehörde WHO sagte, dass ihre Organisation nicht in der Lage sei zu beurteilen, ob an den Vorwürfen etwas dran ist. "Wir wissen, dass das Ministerium die lokalen Behörden aufgefordert hat, die Erkrankungen in einer transparenten Art zu melden. Wir glauben nicht, dass das Ministerium selbst die Zahlen bewusst beschönigt." Inzwischen wurden Spezialteams des Gesundheitsministeriums in zwölf Provinzen geschickt, darunter Hebei, Shanxi und Qinghai. Sie sollen die lokale Pandemiekontrolle überprüfen.

Feng Zijian, Chef des Notfallstabs beim chinesischen Zentrum für Krankheitsvorsorge und Kontrolle, sagte, dass es zu viele H1N1-Fälle gegeben habe, um sie wirklich genau zu zählen. Aber er betonte, dass es auch nicht nötig sei, jeden Grippepatienten zu testen. Zwar sei es möglich, dass die tatsächliche Zahl wirklich höher sei, doch kritisierte er Zhong dafür, dass dieser seine Vermutungen als eine "Enthüllung" bezeichnete. "China ist riesig und die medizinischen Ressouren sind nicht überall gleich gut. Da ist es verständlich, dass es Fehler geben kann."

China steht mit diesem Problem nicht alleine da: Das US-Zentrum für Krankheitskontrolle schätzt, dass auch in den USA die tatsächliche Zahl der H1N1-Infektionen 140 Mal höher als die offizielle Zahl sei.

Quelle: China Daily

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