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| 29. 11. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Nachdem eine Reihe von Schwellenländern – darunter Indien, Indonesien, Thailand und Brasilien – begonnen haben, den Zufluss von kurzfristigem spekulativem Kapital einzuschränken, glauben viele Experten, dass China den Zufluss des sogenannten "heißen Geldes" stärker kontrollieren wird.

Der stellvertretende Präsident von Chinas Zentralbank, Yi Gang, sagte vor kurzem, dass chinesische Behörden die Überwachung von spekulativen Geldflüssen verstärken werden.
Am selben Tag verschärfte das staatliche Devisenamt Regelungen, unter denen Einzelpersonen Überweisungen in chinesischen Yuan oder Fremdwährung vornehmen können.
Viele Analysten sehen die Regelungen als eine Kontrolle der grenzüberschreitenden Überweisungen – ein wichtiger Kanal für den Zufluss von "heißem Geld" nach China.
Den Regelungen zufolge ist eine Überweisung von Fremdwährung von einer Einzelperson oder einer Organisation aus Übersee an fünf oder mehr Einzelpersonen in China, die diese an einem einzigen Tag oder in zeitlich enger Abfolge in Landeswährung eintauschen, nicht mehr möglich.
Zusätzlich zu einer strengeren Überwachung von grenzüberschreitenden Geldüberweisungen "werden Chinas Politiker wahrscheinlich die Investitionen im Ausland stärker unterstützen", sagte Jing Ulrich, Geschäftsführer von China Equities und Commodities im Bankhaus JP Morgan.
Liu Yuhui, Direktor des Zentrums für die Bewertung der chinesischen Wirtschaft an der chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften, warnte, dass die Regelung möglicherweise nur geringen Einfluss auf den Zufluss des "heißen Geldes" habe, da es andere Wege gäbe, wie Spekulationsgelder den Weg nach China finden könnten – unter anderem durch Girokonten. Obwohl es dazu keine offiziellen Zahlen gibt, glauben Liu und andere Volkswirtschaftler, dass das Ausmaß dieser Kapitalzuflüsse beträchtlich ist.
"Seit dem zweiten Quartal dieses Jahres gab es monatlich einen unerklärlichen Zufluss von rund 30 Millionen US-Dollar zu den ohnehin schon großen Devisenreserven Chinas", sagte Liu.
Wang Yuanhong, ein erfahrener Volkswirt des staatlichen Presseamtes, sagte, dass China für Spekulanten ein attraktiver Markt sei, da die Aktien- und Immobilienpreise relativ niedrig seien und das Risiko strengerer Regelungen erst im nächsten Jahr ansteigen werde.
Spekulationsgelder haben in Chinas Aktien- und Immobilienmärkten bereits zu ungewöhnlichen Preissteigerungen und Inflationsdruck geführt.
Der in US-Dollar ausgewiesene B-Share Index in Shanghai fiel am Dienstag um 7,3 Prozent, nachdem er zu Beginn dieses Monats um 26 Prozent gestiegen war. Analysten führten den Anstieg auf die Hoffnung zurück, dass China eine Aufwertung des Yuan zulassen werde. Den Rückgang des Indexes am Dienstag führen sie darauf zurück, dass sich die Gerüchte darum etwas beruhigt haben.
Li Wenjie, Geschäftsführer der Immobilienagentur Centaline China in Nordchina sagte China Daily, dass Chinas Immobilienmarkt seit Mitte 2009 hoch spekulativ sei. Viele ausländische Investoren kauften in der Hoffnung auf steigende Immobilienpreise in China Wohnungen.
Die chinesischen Behörden werden sich bald in einer Zwickmühle befinden. Wenn die Inflation im Jahr 2010 ansteigt, wird die offensichtliche Antwort darauf eine Aufwertung des Yuan oder eine Anhebung der Zinsen sein. Beide Maßnahmen werden noch mehr Spekulationskapital anziehen und die Inflation weiter vorantreiben. Das Dilemma wird verstärkt durch jüngste Anzeichen, dass die US-Notenbank die US-Zinsen im Jahr 2011 stabil halten wird.
Quelle: China Daily
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