Webseite soll sicheres Surfen garantieren

Eine Webseite zur Anzeige von gesetzwidrigen und "ungesunden" Inhalten im Internet (http://net.china.cn) wurde heute in Beijing gestartet. Die Webseite wird vom Arbeitskomitee für Nachrichten und Informationen des Chinesischen Internetverbandes geleitet und betrieben. Sie verfolgt das Ziel, gesetzwidrige Inhalte anzuzeigen und so das öffentliche Interesse zu schützen.

Auf der Webseite können alle chinesischen Bürger gesetzwidrige oder sogenannte "ungesunde" Inhalte im Internet anzeigen. Die Rechte und Interessen der Anzeigenden werden geschützt. Die angezeigten Inhalte werden den betroffenen Webseiten zur Überarbeitung eingereicht. Das Arbeitskomitee übt in diesem Prozeß die Aufsichtsfunktion aus.

Das Arbeitskomitee für Nachrichten und Informationen des Chinesischen Internetverbandes wurde im Dezember 2003 ins Leben gerufen. Es besteht aus über 140 Mitgliedswebseiten, die meisten davon sind bekannte Webseiten im chinesischen Inland.

Die Vorstandsvorsitzende des Chinesischen Internetverbandes, Hu Qiheng, sagte auf der Zeremonie zur Eröffnung der Webseite, dass es notwendig sei, eine Möglichkeit für die Öffentlichkeit zur Anzeige gesetzwidriger und "ungesunder" Informationen zu schaffen. Dies entspreche sowohl dem öffentlichen Interesse, komme aber auch der Entwicklung des Internets zugute. Die in diesem Bereich beschäftigten Einheiten und Personen sollten bewußter Gesetze und gesetzliche Verordnungen sowie sozialethische Vorgababen einhalten, um so eine "gesunde und zivilisierte" Internetumgebung zu schaffen. Ihr Verband werde der Internet-Branche weiterhin Service leisten und eine größere Rolle bei der Kontrolle ihrer Selbstdisziplin spielen, sagte Hu.

Im Februar diesen Jahres schlugen vier renommierte chinesische Webseiten vor, eine solche Anzeigewebseite zu eröffnen. Bei einer Befragung unter 40 Webseiten und vielen Internetbenutzern, Lehrern, Schülern und Eltern fand der Vorschlag Zustimmung.

Liu Zhengrong, Leiter des Arbeitskomitees, ist der Meinung, dass viele Probleme im Internet nicht im Rahmen des Gesetzes gelöst werden könnten. Viele Inhalte z. B. Pornographie und Unzucht sowie fragwürdige Inhalte sollten vom Gesetz keines Landes erduldet werden. So spiegele die Lösung dieser Probleme dem Wunsch der Öffentlichkeit wieder. Die internetinternen Unzulänglichkeiten sollte die Branche selber lösen. Dies erfordere aber die Aufsicht der Öffentlichkeit, weil es sich letztendlich um das öffentliche Interesse handle.

Vertreter bekannter chinesischer Webseiten, Vertreter der Internetbenutzer, Journalisten und Verantwortliche der zuständigen Regierungsämter wohnten der Eröffnungszeremonie bei. Der stellvertretende Minister des Presseamts des Staatsrats, Cai Mingzhao, und der Vize-Minister für Informationsindustrie, Jiang Yaoping, äußerten in ihren Reden die Unterstützung.

(China.org.cn, 10. Juni 2004)