Galileo-Projekt vorteilhaft für China und Europa

Die Europäische Union (EU) arbeitet seit längerem an einem zivilen Satellitennavigationssystem, dem Galileo-Projekt. China nimmt als erster außereuropäischer Partner an dem Programm teil. Im Oktober 2003 wurde das technische Kooperationsabkommen unterzeichnet.

Zhang Guocheng, Vize-Leiter des chinesischen National Remote Sensing Center sagt, das chinesische Engagement an dem Galileo-Projekt diene rein der zivilen Nutzung. Das Projekt werde China und der EU nützlich sein.

Das Galileo-Projekt ist ein im Jahr 2002 von der EU offiziell begonnenes Forschungsprojekt, mit dem Ziel ein globales Satellitennavigationssystems für die zivile Nutzung aufzubauen. Ende Oktober 2003 hat China mit den Europäern ein Kooperationsabkommen zu dem Galileo-Projekt unterzeichnet. China ist damit der erste nichteuropäische Partner der EU in diesem Projekt.

Nach diesem Abkommen wird China in Forschung und Aufbau des Galileo-Projekts investieren. Beijing lässt sich seine Beteiligung an dem Projekt 200 Millionen Euro kosten. Zhang erklärt weiter, China besitze einen großen Markt und verfüge damit über ein enormes Geschäftspotential für zivile globale Navigation: „Der chinesische Markt für drahtlose Kommunikation ist im internationalen Vergleich derjenige, der am schnellsten wächst. Gleichzeitig bietet die Zusammenarbeit mit Europa eine Bühne für chinesische Unternehmen, ihre Technik und Fähigkeiten weltweit darzustellen.“

Das Galileo-Projekt ist sozusagen die europäische Antwort auf das vom Pentagon kontrollierte GPS-Navigationssystem, das für europäische Anwendungen auf dem Gebiet der Satellitennavigation nur eingeschränkte Zuverlässigkeit besitzt.

Das Galileo-System soll nach seiner Fertigstellung aus insgesamt 30 Satelliten bestehen und wird nach Schätzungen etwa 3,5 Milliarden Euro kosten. Planmäßig soll das System in 2008 einsatzfähig sein. China hofft natürlich, die Datennetze von Galileo schon zur Olympiade 2008 nutzen zu können.

Nach dem Kooperationsabkommen zwischen China und der EU im vergangenen Jahr wurde im Oktober diesen Jahres das Kooperationsabkommen über technische Fragen unterzeichnet. Zhang erklärt dazu: "Das europäische Galileo-System ist ausschließlich für die zivile Nutzung konzipiert. Die chinesische Beteiligung bringt eine große Unterstützung für die Europäer. Nach unserer Zusage wird China für das Projekt 200 Millionen Euro bereitstellen."

Seit einigen Jahren arbeiten China und die EU in Bereichen wie Raumtechnik und deren Nutzung intensiv zusammen. Das Galileo-System soll der chinesischen Zivilluftfahrt, der Eisenbahn, den Wassertransportwegen, dem Straßenverkehr und dem Kommunikationsbereich dienen.

(CRI/China.org.cn, 23. November 2004)