| Regierung will Jugend vor Korruption schützen |
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Im Rahmen der laufenden nationalen Anti-Korruptions-Kampagne plant China mit der Einführung eines neuen Unterrichtsfaches das Bewusstsein der jüngeren Generation für Korruption zu schärfen, heißt es in der Oriental Outlook Weekly. Die Kampagne, die eine Initiative des chinesischen Bildungsministeriums (MOE) ist, wird in der zweiten Jahreshälfte 2005 in mehreren Großstädten und Provinzen stattfinden, und andere auch in Beijing, Shanghai, Tianjin, Zhejiang, Hubei und Shaanxi. Im Juli hat auch bereits das Zentralkomitee der Kommunistischen Jugendliga in China ein Rundschreiben für eine ähnliche landesweite Kampagne herausgegeben. Dieses Vorgehen erinnert an den Slogan Deng Xiaopings "Bei den Kindern anfangen". Damals ging es um die Entwicklung des Fußballs in China. Das neue Bildungsprogramm will die Jugend vor dem "bösen Einfluss" bestimmter Vorstellungen von Korruption und vor den Phänomenen des Westens schützen, heißt es in einem Schreiben des Bildungsministeriums. Für die Schüler aller Stufen müsse es heute oberste Priorität sein, sich den Grundsatz der Anti-Korruption zu verinnerlichen und gegen die Korruption anzukämpfen. Weiter heißt es in dem Schreiben, dass die Jugend aufgrund grundlegender Änderungen im In- und Ausland einer korrupten Umgebung ausgesetzt sei. Doch einige hinterfragen auch die Gründe für Korruption. So der Schriftsteller Guo Songmin, der nicht etwa Veränderungen für das Hauptproblem der Korruption hält. Guo sieht den Schlüssel eher in der Frage nach den Tätern, die ein schlechtes Vorbild für junge Schüler abgeben. Korruption im Bildungsbereich, beispielsweise in Form illegaler Gebührenerhebungen durch die Schulen übe auf die junge Generation einen schlechten Einfluss aus, meint Guo. "Ich habe viele Berichte gelesen, in denen ein Grundschüler seine Klassenkameraden bestach, um zum Klassensprecher gewählt zu werden. Dies ist ein typischer Fall von Korruption", sagt Cheng Wenhao, Dozent an der Tsinghua-Universität. Cheng unterstützt eine Anti-Korruptions-Ausbildung für Schüler und bezeichnet sie als absolut notwendig. Bereits Anfang dieses Jahres initiierte die All-China Women's Federation ein Familien-Programm zum Kampf gegen die Korruption. (China.org.cn, Xinhua, 1. August 2005)
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