Qingming-Fest
 

Das Qingming (Helles Licht)-Fest, auch Totenfest genannt, ist einer der 24 Jahreseinteilungstage des chinesischen Mondkalenders am 4. oder 5. April. Während des Qingming-Festes erhöht sich die Temperatur, und es regnet oft,
was für die Frühjahrsbestellung und die Frühjahrsaussaat günstig ist. Allerdings hat das Qingming-Fest als ein traditionelles Fest eine andere Bedeutung als die Jahreseinteilungstage, die nur zur Anleitung der landwirtschaftlichen Produktion dienen.

Vor allem ist das Qingming-Fest das wichtigste Opfer-Fest in China. An diesem Fest opfern die Angehörigen der Han-Nationalität und einiger nationaler Minderheiten ihren Ahnen und besuchen deren Gräber. An diesem Tag isst man nur kalt.

Das Kalte-Küche-Fest war eigentlich der Vortag des Qingming-Festes. Im Altertum wurden die Aktivitäten des Kalten-Kücke-Festes bis ins Qingming-Fest verlängert, so dass beide Feste später zu einem Fest verschmolzen. Deshalb aß man am Qingming-Fest nur kalt. Allmählich entwickelte sich die Sitte, die Gräber von Blutsverwandten zu besuchen.

Am Qingming-Fest jedes Jahres strömen viele Leute in die verschiedenen Friedhöfe, um die Gräber ihrer Vorfahren zu besuchen. Man fegt zuerst die Gräber, legt dann Nahrungsmittel, frische Blumen und Gegenstände, die den Verstorbenen zu ihren Lebzeiten gefielen, vor die Gräber, zündet Weihrauchstäbchen an, verbrennt Totengeld und verbeugt sich vor dem Grabmal.

Neben der Trauer während des Grabbesuchs genießt man während des Qingming-Festes auch Freude und Hoffnung des Frühlings. In dieser Zeit sieht man überall schöne Frühlingslandschaft. Die Bäume sind grün geworden, in der Natur herrscht eine lebhafte Szene. Schon im Altertum war es Sitte, am Qingming-Fest einen Frühlingsausflug zu machen. Auch heute sind vor und nach dem Qingming-Fest in Vororten und Landschaftsgebieten zahlreiche Ausflügler zu sehen.

Drachen steigen zu lassen ist eine beliebte Aktivität am Qingming-Fest. Man lässt nicht nur tags, sondern auch abends Drachen steigen. Die Drachen, die am Abend steigen, sind mit einer Reihe von bunten kleinen Lampions versehen, die wie leuchtende Sterne aussehen. Deshalb werden sie als „Gotteslampen" bezeichnet.

Um das Qingming-Fest herum wachsen die Jungbäume schnell, deshalb pflegte man schon im Altertum, in dieser Zeit Bäume anzupflanzen. Früher nannte man das Qingming-Fest auch „Aufforstungsfest". Seit 1979 ist der 12. März jedes Jahres das gesetzlich festgesetzte Aufforstungsfest Chinas.

(China.org.cn, 31. Dezember 2003)


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