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Tierparks im Winter

Der lange Winter in Beijing nimmt uns alle mit, die wir gegen die Kälte ankämpfen und uns an sie gewöhnen müssen. Aber was machen die exotischen Tiere aus den warmen Klimazonen, die in den Zoos und Tierparkanlagen im kühlen Norden leben?

Wenn der Frost jeden Baum erstarren lässt und knisternder Neuschnee den Boden bedeckt, haben Wildtiere ihre ganz eigene Art, der Kälte zu entkommen. Einige Tiere ziehen in den Süden in wärmere Regionen, in denen Nahrung für sie vorhanden ist. Viele andere Tiere bleiben in ihren Höhlen und halten dort Winterschlaf. Aber für die im Zoo in Gefangenschaft lebenden Tiere, die der Pflege des Menschen unterstehen und durch diesen gezwungen wurden, ihren natürlichen Lebensraum zu verlassen, ergibt sich eine völlig andere Situation.

Im Beijinger Zoo werden schon Ende Oktober spezielle Heizvorrichtungen gegen die Temperaturstürze aufgestellt. In den temperaturgeregelten Gängen, die sich unter den Lebensbereichen der Großkatzen, Elefanten, Nashörner und Orang-Utans befinden, müssen Temperaturen zwischen 18 und 26 Grad Celsius aufrechterhalten werden.

Die Winterquartiere liegen die nur einige wenige Schritte vom Sommerterrain der Tiere entfernt. Die Außengehege mit afrikanischer Savanne, asiatischer Steppe und südamerikanischer Pampa befinden sich in der unmittelbaren Nähe, um bei geeignetem Wetter über 8 Grad Celsius und Sonnenschein einfach erreichbar zu sein.

Einige Tiere gehen beinahe jeden Tag durch die in den Untergeschossen liegenden Türen ins Freie. Zuerst in einen geschützten Außenbereich und dann über eine Grasrampe in ein Gehege.

Zebras gewöhnen sich in der gleichen Weise an die Kälte wie Pferde. Die meisten Zebras stammen aus Afrika, kommen jedoch mit der Kälte gut klar, so Ye Mingxia von der Werbeabteilung des Beijinger Zoos.

Kamele sind im Winter sogar am schönsten, da dann ihr dicker brauner Fellmantel füllig wird. Bevor sie ins gemäßigte Klima nach Beijing kamen, lebten sie in der Wüste unter harten Bedingungen.

Laut Ye Mingxia, verdoppelt die Zoobelegschaft zu dieser Jahreszeit ihre Pflege für die Tiere.

Das Durchchecken der Tiere sei die erste Pflicht am Morgen, erzählt Ye. Als nächstes stehen dann die Gehege zur Reinigung an, so dass die „winterfesten“ Tiere bis 9 Uhr, wenn die ersten Besucher im Zoo eintreffen, im Freien sein können.

Die nächste Aufgabe ist die Vorbereitung energiereicher Nahrung für die Tiere. Energie- und proteinreiche Nahrung, bestehend aus z.B. schwarzen Bohnen und frischem Fleisch, bildet regelmäßigen Bestandteil der Nahrung für fleischfressende Tiere.

Außerdem müssen die meisten Tiere gegen Krankheiten geimpft werden.

Laut Wang Wei, Direktor des Beijinger Safariparks 60 Kilometer nördlich vom Zentrum Beijings, verdoppeln sich die Ausgaben des Parks im Vergleich zum Sommer wegen den Wärmeanforderungen und der benötigten Spezialnahrung im Winter.

Auch erhalten viele Tiere im Winter erhöhte Nahrungsrationen, so Wang. So werden z.B. die Rationen der Huftiere in der Regel um 25 Prozent erhöht, erklärt Wang. Jede Pandabärenanlage werde mit einem Wasserrohrkessel ausgestattet. Malaysische Bären erhalten dieselbe Behandlung.

Wang berichtet, dass das Durchchecken der Tiere die erste Pflicht am Morgen ist und einige Tiere, wie Pandabären, Löwen und Indische Tiger im Winter unter einer 24-Stunden-Betreuung stehen.

Nach dem Überprüfen der Anzahl mistet ein Mitarbeiter die Gehege aus. Um sicherzustellen, dass jedes Tier seine richtige Ration erhält und sich guter Gesundheit erfreut, hat jedes Gehege eine Tafel, auf der der Name des Tiers und dessen Bedürfnisse aufgeführt sind, so Wang.

Pandabären beispielsweise werden mit frischem Bambus, der jeden Tag per Flugzeug aus Südchina eingeflogen wird, gefüttert. Der Winter sei keine schlechte Zeit, die Tiere zu besuchen, erklärt Wang mit Nachdruck. Die Tiere seien jetzt wesentlich aktiver als bei den heißen Temperaturen im Sommer, wenn sie nur faulenzen wollen. Deshalb sei der Winter als Besuchszeit durchaus zu empfehlen.

Er berichtet weiter, dass der Sibirische Tiger und die Bären den Schnee sehr mögen, den ganzen Tag auf dem Berg herumstromern und um den Besucherbus streichen.

Während einige tropische Vögel während des Winters in Wärmegehegen untergebracht sind, können die meisten der Tiere entweder in ihren dauerhaften Gehegen bleiben oder im Winter nach draußen gehen, so Wang.

Der Park nehme bevorzugt Tiere auf, die dem kalten Wetter auch physisch gewachsen sein und sich in den Gehegen des Parks wohlfühlen, erklärt Wang. „Wenn dasTier die Wahl hat, wird es in der Regel draußen bleiben.“

Der Park befürchte nicht, Tiere während der Winterzeit zu verlieren, so Wang.

Doch Stromausfälle, die die Beheizung der Gebäude gefährden, stellen eine potentielle Gefahr dar, deshalb sei in jedem Gehege ein System zur Warnung der Zoobelegschaft im Falle eines Stromausfalls angebracht.

Wang erklärt, dass kaltes Wetter die Tiere nicht so stark beeinflusse wie die Hitze. Die Tiere können der Kälte entkommen. Es sei aber schwerer, der Hitze zu entkommen, so Wang. Der Winter sei eine psychologische Sache. Die Tiere sehen Schnee auf dem Boden und denken, sie müssten nach drinnen gehen.

Adressen:

Beijinger Zoo

Öffnungszeiten: 7.30-17.00 Uhr (kein Ruhetag)

Eintrittspreise: 10 Yuan (einfacher Eintritt)

15 Yuan (Eintritt für Pandagehege etc. enthalten)

Schüler und Studenten 5 Yuan

Gruppen ab 30 Personen 10%

Telefon: (010) 6831 4411

Anfahrt: Metro bis Xizhimen und/oder Buslinien 19, 102, 103, 105, 107, 332, 360, 708, 904 oder 962 bis Dongwuyuan (Zoo)

Adresse: Xizhimenwai Dajie 137, Haidian Distrikt, 100044 Beijing

Internet: www.bjzoo.com.cn (nur Chinesisch)

Badaling-Safaripark

Öffnungszeiten: 9.30 – 15.00 Uhr (kein Ruhetag)

Eintrittspreise: 70 Yuan (Schüler, Studenten und Rentner 45 Yuan)

Telefon: (010) 8208 7951

Anfahrt: Buslinie 919 bis Badaling oder mit dem Privatwagen über Badaling-Schnellstraße bis Badaling.

Adresse: Kreis Yanqing, Gemeinde Badaling (2 Kilometer nördlich des Abschnitts Badaling der Großen Mauer)

Internet: www.bdlsw.com (nur Chinesisch)

Beijinger Wildpark

Öffnungszeiten: 8.30-17.00 Uhr (kein Ruhetag)

Eintrittspreise: 80 Yuan (50 Yuan)

Telefon: (010) 9628 5360

Anfahrt: Buslinien 937 oder 943 bis Beijing Yesheng Dongwuyuan. Mit dem Privatwagen über die Jinkai-Autobahn bis Ausfahrt Yufa, dann der Ausschilderung folgen.

Adresse: Bezirk Daxing, Gemeinde Yufa

Internet: http://www.bjwildlifepark.com/ (nur Chinesisch)

(Alle Angaben ohne Gewähr.)

(Beijing Weekend/Übersetzt von China.org.cn, 20. Januar 2004)

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