Hochschulbildung

Ein System der Hochschulbildung hat in China bereits Gestalt angenommen, und die verschiedenen Reformen auf diesem Gebiet, z.B. die Reform der Hochschulaufnahmepr¨¹fung und die diese Pr¨¹fung betreffender Systeme, die Reform des Hochschulbildungssystems und die Reformen f¨¹r die Förderung der qualitätsorientierten Bildung, wurden in den letzten Jahren begonnen.

Ein Schwerpunkt der Reform der Hochschulbildung im Jahr 2001 lag in der Regulierung der Struktur der Fachrichtungen. Dazu hat das Bildungsministerium in 503 Hochschulen und Universitäten 1993 Fachrichtungsabteilungen neu geschaffen, was die regionale Struktur der Fachrichtungen verbesserte. Sie haben bereits mit der Aufnahme von Studenten begonnen. Um den Mangel an Hochschulbildung in einigen zentralen Städten zu beheben, hat das Ministerium f¨¹r Bildungswesen dort Hochschulen und Fachhochschulen eingerichtet.


Zur Erhöhung der Bildungsqualität hat das Ministerium im vergangenen Jahr mehr als 

zehn Maßnahmen ergriffen, darunter die Reform der Pr¨¹fung. Das Ministerium will die Situation, dass die Sch¨¹ler mechanisch auswendig lernen, um die Aufnahmepr¨¹fung zu bestehen, grundsätzlich ändern. Der Inhalt der Pr¨¹fung bezieht sich nun mehr darauf, die Qualität und Fähigkeit der Studienbewerber zu erkennen.

Ausbau des Aufnahmeumfangs der Hochschulen    
Gemäß einem Entwicklungsplan soll die Zahl der im Jahr 2005 in den Hochschulen und Universitäten des ganzen Landes immatrikulierten Studenten ca. 16 Millionen betragen (600 000 davon als Postgraduierte). So m¨¹ssen die Hochschulen und Universitäten sowie die Erwachsenen-Hochschulen ab 2001 jährlich rund eine Million Studenten mehr aufnehmen. Das bedeutet, dass bis Ende 2005 eine Aufnahmequote von 15% erreicht wird. Zu diesem Zweck wird der Aufnahmeumfang der allgemeinen Hochschulen, Universitäten und der Hochschulen f¨¹r Erwachsene jährlich um ca. 10% und der der Postgraduierten jährlich um ca. 15% zunehmen.

In den Jahren 1998, 1999 und 2000 nahmen die allgemeinen Hochschulen und Universitäten Chinas jeweils 1,08 Millionen, 1,60 Millionen und 2,20 Millionen Studienbewerber auf. 2001 stieg die Zahl der neu aufgenommenen Studenten auf 4,64 Millionen an, von denen sich 2,68 Millionen auf die allgemeinen Hochschulen und Universitäten und 1,96 Millionen auf die Hochschulen f¨¹r Erwachsene verteilten. Im Jahr 2001 nahmen die Hochschulen und Universitäten sowie Forschungsinstitute des ganzen Landes 165 000 Postgraduierte auf, eine Zunahme um 27,9% gegen¨¹ber 2000.

Studienkredite
In China muss man seit 1989 f¨¹r das Studium bezahlen. Die Ausgaben f¨¹r die Hochschulbildung werden von der Regierung, der Gesellschaft und von Privatpersonen gemeinsam getragen. Das ist eines der grundlegenden Prinzipien, die China bei der gegenwärtigen Reform der Studiengeb¨¹hren verfolgt.

Von 1990 bis 1997 erhöhten sich die Studiengeb¨¹hren jährlich um 20%, im Jahr 2001 war die Steigerung noch höher. Die Studiengeb¨¹hren betragen jetzt durchschnittlich zwischen 4200 und 6000 Yuan im Jahr, doch das Pro-Kopf-Einkommen der städtischen Bevölkerung lag 1999 nur bei 5854 Yuan. Nicht wenige Haushalte werden deshalb von den erheblich erhöhten Studiengeb¨¹hren schwer belastet. Um sicherzustellen, dass kein in die Hochschulen aufgenommener Student aus finanziellen Gr¨¹nden das Studium aufgibt, hat der Staat neben der Weiterf¨¹hrung der Reform der Studiengeb¨¹hren von 1994 bis 1999 mit acht Zuwendungen insgesamt 744,7 Millionen Yuan als Sonderfonds f¨¹r arme Studenten bereitgestellt sowie ein System von Maßnahmen zur Armenhilfe aufgebaut, das Stipendien, Studienkredite, Studien- und Notbeihilfen sowie Geb¨¹hrennachlässe umfasst.

Die staatlichen Studienkredite sind derzeit eine der wichtigsten Formen f¨¹r die Unterst¨¹tzung von Studenten in finanziellen Schwierigkeiten. Dieses Studienkreditsystem, gegr¨¹ndet im Jahr 1999, hat sich zu einem relativ vollständigen Unterst¨¹tzungssystem entwickelt. Arme Studenten können dadurch Kredite ohne Garantiehaftung erhalten, die den Kosten f¨¹r das Studium und den Lebenshaltungskosten entsprechen. Zugleich können sie vom Staat einen g¨¹nstigen Diskont von 50% bekommen. In der Regel beträgt die Jahressumme des Studienkredits rund 8000 Yuan. Die Laufzeit ist weniger als acht Jahre, kann aber entsprechend verlängert werden, wenn ein Student f¨¹r die Postgraduation noch weiter studieren will. Der Zinssatz f¨¹r die Studienkredite entspricht dem f¨¹r die entsprechenden Kredite der Chinesischen Volksbank und darf nicht angehoben werden. Im Jahr 2000 hat die Regierung Studienkredite in Höhe von 2,25 Milliarden Yuan vergeben. Bis zum Mai 2001 haben landesweit 170 000 Studenten Kreditverträge abgeschlossen. Die vertragliche Kreditsumme lag bei 1,26 Milliarden Yuan. Daf¨¹r haben die Finanzbehörden auf verschiedenen Ebenen 279 Millionen Yuan als Diskont zur Verf¨¹gung gestellt. Im Vergleich zum ganzen Jahr 2000 ist die Kreditsumme schon in den ersten f¨¹nf Monaten des Jahres 2001 um 51% angewachsen.

Zusammenschluss von Hochschulen
 Als eine der wichtigen Maßnahmen zur Reform des Hochschulsystems begann man in den 90er Jahren damit, Hochschulen zusammenzuschließen. Verfolgt wird damit das Ziel, im 21. Jahrhundert 100 Universitäten mit vielfältigen Fachrichtungen aufzubauen, die das fortschrittliche Weltniveau erreichen. Diese Maßnahme wurde von den Massenmedien als Bau von „Flugzeugträgern¡° der Hochschulbildung bezeichnet. 1993 wurde mit der Regulierung und Zusammenschließung der Hochschulen begonnen.

Das chinesische Hochschulsystem war in den Jahrzehnten nach Gr¨¹ndung der Volksrepublik relativ stark von der Planwirtschaft geprägt. Die Hochschulen unterstanden teils Ministerien und Kommissionen, teils verschiedenen Branchen bzw. Lokalbehörden, so dass eine Struktur entstanden war, in der es verschiedene Blockierungen und Hindernisse gab und Fachrichtungen mit niedrigem Niveau eingerichtet wurden. 1999 begann der Zusammenschluss von Hochschulen und erreichte im selben Jahr seinen Höhepunkt. Im September 1999 fusionierte das Zentrale Institut f¨¹r Kunsthandwerk mit der Qinghua-Universität. Im April 2000 schloss sich die Peking-Universität, die eine Geschichte von mehr als 100 Jahren hat, mit der Universität f¨¹r Medizin zusammen.

Landesweit wurde fast die Hälfte der Hochschulen zusammengefasst. Bis zum Juni 2000 schlossen sich 490 Hochschulen und Universitäten (355 allgemeine Hochschulen und 135 Hochschulen f¨¹r Erwachsene) in 196 allgemeine Hochschulen und acht Hochschulen f¨¹r Erwachsene zusammen.

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