Umweltschutz

  Umweltschutz
 
   
 

 

Im Vergleich zu 2002 veränderte sich die Qualität der Umwelt Chinas kaum. Obwohl die Anzahl der Städte, deren Luftqualität die Norm der zweiten Klasse erreichte, 41,5% der Gesamtzahl der kontrollierten Städte ausmachte, war die Luftverschmutzung immer noch gravierend. Der Umfang der von Saurem Regen betroffenen Zone blieb im Großen und Ganzen stabil. Die Verschmutzung einiger Gebiete in den Provinzen Hunan, Zhejiang und Jiangxi verschlimmerte sich. Die Wasserqualität der wichtigsten Flüsse war insgesamt gesehen genau so wie die im Jahr 2002, wobei sich die Verschmutzung der Flüsse Haihe, Liaohe und Huaihe geringfügig verminderte, während sich die Verschmutzung des Songhuajiang-Flusses und Perlflusses verschlimmerte. Die Verschmutzung der Küstengewässer des Gelben Meeres nahm zu, die Wasserqualität der Küstengewässer des Bohai-Meeres und des Ostchinesischen Meeres hat sich zwar gewissermaßen verbessert, aber die Verschmutzung war immer noch schwer. Die Wasserqualität der Küstengewässer des Südchinesischen Meeres war so gut wie die im Jahr 2002. Der Lärmpegel in den Städten wurde im Wesentlichen unter Kontrolle gebracht. Die Umweltqualität in Bezug auf Lärm in mehr als der Hälfte der Stadtbezirke und die des Straßenverkehrs in nahezu 80% der Städte waren relativ gut, dennoch blieb die Lärmbelästigung eines der Umweltprobleme, über die sich die Stadtbewohner am stärksten beschwerten.

Das „Gesetz über die Verhütung und Behandlung von radioaktiver Verschmutzung“ wurde ausgearbeitet und in die Tat umgesetzt. Am 28. Juni 2003 unterzeichnete Staatspräsident Hu Jintao die Präsidentenorder Nr. 6, womit das „Gesetz der Volksrepublik China über die Verhütung und Behandlung von radioaktiver Verschmutzung“ erlassen wurde. Die Durchführung dieses Gesetzes zielt darauf ab, radioaktive Verschmutzung zu verhüten und zu behandeln, die Umwelt und die Gesundheit der Menschen zu schützen und die Erschließung und die friedliche Nutzung von Atomenergie und Atomtechnik zu fördern. Das Gesetz trat am 1. Oktober 2003 in Kraft.

Das Ackerland schrumpfte weiter. Im Jahr 2003 wurden insgesamt 229000 ha Ackerland für Bauzwecke genutzt. 50 000 ha wurden durch Naturkatastrophen zerstört, 2,24 Mio. ha wurden zum ökologischen Schutz nicht mehr für den Ackerbau und 332 000 ha wegen der Regulierung der Struktur der Landwirtschaft für andere Zwecke genutzt. Andererseits wurden 311 000 ha Ackerland durch Urbarmachungs- und Erschließungsprojekte wiederhergestellt. Als Folge sah das Jahr 2003 eine Abnahme des Ackerlands um 2,54 Mio. ha.

Der Verbrauch von Energieträgern und wichtigen Roh- und Werkstoffen stieg merklich. Ersten Schätzungen zufolge betrug der gesamte Verbrauch von Energieträgern im Jahr 2003 1,68 Mrd. t SKE, ein Plus von 10,1% gegenüber 2002. Davon entfielen 252 Mio. t auf Rohöl, ein Plus von 12%, und 1,58 Mrd. t auf Rohkohle, ein Plus von 13,6%. Der Verbrauch von wichtigen Roh- und Werkstoffen umfasste 271 Mio. t Walzstahl, ein Plus von 28,6%, 11,68 Mio. t Aluminiumoxid, ein Plus von 15,7%, und 836 Mio. t Zement, ein Plus von 15,3%.

Wasserressourcen blieben nach wie vor ein Engpass im Angebot-Nachfrage-Verhältnis. Die Pro-Kopf-Wasserressourcen betrugen im Jahr 2003 2076 Kubikmeter, eine Abnahme um 5,6% gegenüber 2002. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge des Jahres betrug 640 mm, ein Minus von 3%. Ende 2003 enthielten die 454 großen Stauseen des ganzen Landes 186,4 Mrd. Kubikmeter Wasser, eine Zunahme um 21 Mrd. Kubikmeter gegenüber 2002. Der gesamte Wasserverbrauch betrug im Jahr 2003 541 Mrd. Kubikmeter, eine Abnahme um 1,5% gegenüber 2002. Davon stieg der Wasserverbrauch für die Haushalte um 5% und der für die Industrie um 1,1%, während der Wasserverbrauch für die Landwirtschaft um 3,5% sank. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Wasserverbrauch betrug im Jahr 2003 420 Kubikmeter, eine Abnahme um 1,9%.

Die Wasserqualität verschlechterte sich geringfügig. Die Qualität der Oberflächengewässer der sieben Flusseinzugsgebiete des Landes entsprach zu 52,5% der staatlichen Norm der dritten Klasse, ein Rückgang um 0,4 Prozentpunkte gegenüber 2002, zu 38,1% der Norm der vierten bzw. fünften Klasse, ein Anstieg um 11,3 Prozentpunkte, zu 9,3% der Norm über der fünften Klasse, eine Abnahme um 11 Prozentpunkte. Von den 237 Kontrollpunkten für die Qualität der Küstengewässer erreichten 19,8% die staatliche Norm der ersten Klasse für die Qualität des Meerwassers, ein Rückgang um 1,5 Prozentpunkte gegenüber 2002.

Der Umweltschutz in den Städten verbesserte sich. Unter den 340 kontrollierten Städten gab es 141 Städte, deren Luftqualität die Norm der zweiten Klasse erreichte. Sie machten 41,5% der Gesamtzahl der kontrollierten Städte aus, was eine Zunahme um 7,7 Prozentpunkte gegenüber 2002 bedeutete. In 108 Städten erreichte die Luftqualität die Norm der dritten Klasse. Sie machten 31,8% der Gesamtzahl der kontrollierten Städte aus, was eine Abnahme um 3,2 Prozentpunkte gegenüber 2002 bedeutete. Die Luftqualität von 91 Städten konnte die Norm der dritten Klasse nicht erreichen. Diese 91 Städte machten 26,7% der Gesamtzahl der kontrollierten Städte aus, eine Abnahme um 4,5 Prozentpunkte gegenüber 2002. In Chinas Städten wurden 42,1% des Abwassers einheitlich aufbereitet, 58% des häuslichen Mülls entsorgt und 53,5% der industriellen soliden Abfälle recycelt, was einen Anstieg um 2,1, 3,8 bzw. 1,5 Prozentpunkte gegenüber 2002 bedeutete. Landesweit entstanden staub- und rauchkontrollierte Zonen mit einer Fläche von 33 000 qkm und Zonen mit einer Fläche von 20 000 qkm mit normgerechten Lärmwerten.

Das Ökosystem wurde verstärkt verbessert. Im Jahr 2003 wurden 9,3 Mio. ha Land aufgeforstet, eine Zunahme um 19,7% gegenüber 2002. Davon betrug die Aufforstungsfläche im Rahmen der sechs Schwerpunkt-Aufforstungsprojekte 8,31 Mio. ha. Bis Ende 2003 wurden landesweit 82 ökologische Mustergebiete auf Staatsebene genehmigt. Im ganzen Land gab es 1999 Naturschutzgebiete, 44 geologische Nationalparks und 457 Schutzgebiete für geologische Relikte. 158 Projekte zur Verhütung von geologischen Katastrophen im Drei-Schluchten-Stauseegebiet wurden fertiggestellt. 56 000 qkm Land wurden mittels umfassender Anti-Erosionsmaßnahmen saniert.

Rote Fluten kamen häufiger vor. Im Jahr 2003 kamen 119 rote Fluten vor, 40 bzw. 50,6% mehr als im Jahr 2002. Sie suchten Gebiete mit einer Gesamtfläche von 14 550 qkm heim und verursachten direkte wirtschaftliche Verluste im Wert von 42,8 Mio. Yuan.

Eine Schonzeit für die Fischerei im ganzen Einzugsgebiet des Jangtse-Flusses wurde im Frühjahr zum ersten Mal eingeführt. Am 1. Februar 2003 führte China zum ersten Mal eine dreimonatige Schonzeit für die Fischerei im ganzen Einzugsgebiet des Jangtse-Flusses, des landesweit größten Flusses, ein. Es handelte sich um die erste Schonzeit für die Fischerei im Einzugsgebiet eines großen Flusses in der Welt. Über 8100 km lange Flussabschnitte in den Provinzen Yunnan, Sichuan, Guizhou, Hubei, Hunan, Anhui, Jiangxi und Jiangsu sowie den regierungsunmittelbaren Städten Chongqing und Shanghai, darunter 4090 km lange Hauptflussarme und über 4000 km lange Nebenflussarme des Jangtse und große Seen im Jangtse-Einzugsgebiet wie der Boyang- und der Dongting-See, sowie über 50 000 Fischer waren davon betroffen.

Das Jangtse-Einzugsgebiet ist ein wichtiges Produktionsgebiet für Süßwasserfische. Abgesehen von der Durchführung von Wasserbauprojekten am Jangtse, der Eindeichung von Seen zur Anlegung von Ackerland und der Verschmutzung der Gewässer wurden die Fischressourcen seit Mitte der 1980er durch übermäßigen Fischfang schwer zerstört. Die Ressourcen von einigen Nutzfischen erschöpfen sich allmählich, und viele seltene Wassertiere wie Delphine und Störe sind vom Aussterben bedroht. Die Forschung von einschlägigen Institutionen zeigt, dass, wenn das Fischereiverbot am ganzen Jangtse regelmäßig durchgeführt würde, das Laichen von 22,35 Mio. Silberkarpfen, Dickkopffischen, Graskarpfen und Karpfen geschützt werden kann, was dazu führen würde, dass 1224,3 Mrd. mehr kleine Fische erzeugt werden. Zuvor hatte China bereits im Ostchinesischen Meer, im Südchinesischen Meer und in anderen Meergebieten im Sommer eine Schonzeit für die Fischerei eingeführt.