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| german.china.org.cn Datum: 25. 04. 2008 |
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Der deutsche Sinologe und Ethnologe Ingo Nentwig hat am Mittwoch in einem schriftlichen Interview von der Nachrichtenagentur Xinhua der Behauptung des Dalai Lama widersprochen, dass China die tibetische Kultur zerstöre. Er sagte, im Gegenteil erfahre "die tibetische Kultur in China eine Belebung und einen raschen Aufschwung".
Nentwig hat im Sommer 2002 einen Monat lang im chinesischen Autonomen Gebiet Tibet geforscht. Hauptsächlich hat er dabei in der Region Naqu die Yak-Zucht untersucht. Er sagte: "Meiner Meinung nach ist der Begriff Kulturvernichtung total falsch. Im Gegenteil: Die chinesische Regierung hat nach allen Kräften die Entwicklung der tibetischen Kultur gefördert. Dies gilt insbesondere für die Erforschung der tibetischen Sprache, der Literatur und der mündlich weitergegebenen Literatur sowie des Alltagslebens und der traditionellen Gebäude. Außerdem werden viele Kulturstätten einschließlich der Tempel und Klöster renoviert oder wieder aufgebaut."
"In China werden viele Bücher, Zeitungen und Zeitschriften in tibetischer Sprache veröffentlicht. Es gibt mehrere Verlage in tibetischer Sprache. Sie befinden sich nicht nur in Tibet, sondern auch in den Nachbarprovinzen und sogar in Beijing. Es gibt so viele Publikationen in tibetischer Sprache, dass die westlichen Tibetologen sie schon gar nicht mehr überblicken können. Die tibetischen Autoren schreiben in Tibetisch und in Chinesisch. Man kann sowohl Bücher in tibetischer Sprache als auch berühmte ausländische Werke kaufen, die ins Tibetische übersetzten worden sind. Außerdem gibt es in Lhasa auch Institute für die Forschung der traditionellen tibetischen Medizin", sagte Nentwig weiter.
Er betonte, die Berichte der westlichen Medien, dass die chinesische Regierung in Tibet eine Einwanderungs- und Assimilationspolitik durchführe, entsprechen nicht den Fakten. "Meine Untersuchung fand in einem Kreis statt. Dort leben nur 20 bis 30 Menschen der Han-Nationalität zwischen 50.000 bis 60.000 Tibetern. Allgemein gesagt machen die ständig in Tibet lebenden Chinesen der Han-Nationalität nur sieben Prozent der gesamten Bevölkerung in Tibet aus. Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung in Tibet sind Tibeter. Davon, dass die Einwanderung der Han-Nationalität die Tibeter assimiliert habe, kann keine Rede sein."
Quelle: Xinhua
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