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24. 04. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

In sauberer Luft nehmen Pflanzen weniger CO2 auf

Eine neue Studie belegt ein botanisches Paradoxon: Luftverschmutzung bewirkt eine Zerstreuung der Sonneneinstrahlung und damit verbesserte Fotosynthese. Weniger Ruß in der Luft sorgt somit dafür, dass weniger von dem Treibhausgas Kohlendioxid abgebaut wird.

Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Studie würde die Klärung der smog- und rußverhangenen Luft die Kapazität der Pflanzen, Kohlendioxid (CO2) zu absorbieren und damit der Klimaerwärmung entgegenzuwirken, drastisch verringern.

Pflanzen nehmen ein Viertel des vom Menschen in die Atmosphäre geblasenen Kohlendioxids auf und spielen daher eine wichtige Rolle dabei, die Klimaerwärmung in Grenzen zu halten.

Pflanzen verwandeln mittels Fotosynthese Kohlendioxid und Wasser in Traubenzucker und Sauerstoff. Der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass Luftverschmutzung in Form von Mikropartikeln, die die Sonnenstrahlen abhalten – ein Phänomen, das "globale Verdunkelung" genannt wird – diesen Prozess behindern würde, aber die neue Studie zeigt, dass das Gegenteil der Fall ist.

"Überraschender Weise scheinen die Auswirkungen der Luftverschmutzung die globale Produktivität der Pflanzen zwischen 1960 und 1999 um ein Viertel gesteigert zu haben", sagte Studienautorin Linda Mercado, Wissenschaftlerin am Met Office Hadley Centre in Großbritannien. "Das ergab netto eine zehnprozentige Steigerung in des am Land gebundenen Kohlenstoffs", sagte Mercado in einem Bericht.

Die Erklärung für dieses botanische Paradoxon liegt in der Art, wie die Schmutzpartikel das Licht reflektieren. Sogar wenn Pflanzen weniger direktes Sonnenlicht bekommen, zerstreuen Wolken und Luftverschmutzung das Licht, wodurch weniger Blätter, in denen schließlich die Fotosynthese passiert, völlig im Schatten liegen. "Pflanzen gedeihen häufig in diesigen Bedingungen", sagte ihr Kollege und Koautor der Studie Stephen Sitch.

Die Ergebnisse unterstreichen ein grausames Dilemma: wenn wir den Ausstoß von Aerosolen in den nächsten Jahrzehnten verringern, werden wir den weltweiten Kohlendioxidausstoß noch stärker verringern müssen. "Aerosole kompensieren rund 50 Prozent der Erwärmung durch Treibhausgase", sagte Knut Alfsen, wissenschaftlicher Direktor des Zentrums für Internationale Umweltforschung in Oslo, am Telefon. "Während wir die Luft weiter sauberer machen, was wir zum Wohle der Gesundheit der Menschen machen müssen, wird die Notwendigkeit, die bedrohliche Klimaerwärmung durch die Reduktion des CO2-Ausstoßes einzudämmen, sogar noch dringlicher", sagte Peter Cox, Wissenschaftler an der britischen Universität Exeter und ebenfalls Koautor der Studie.

Bangkok vor London

Die Einwohner der thailändischen Hauptstadt Bangkok produzieren so viel Kohlendioxid wie die New Yorker und mehr als die Londoner, zeigt eine von der UN unterstütze Studie, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. "Bangkok: Einschätzung des Klimawandels 2009" betont die kohlenstoffintensiven Gewohnheiten der Stadt, aber hebt auch die Bedrohung hervor, die Bangkok aus der Klimaerwärmung erwächst.

"In Bangkok wurden 2007 pro Kopf 7,1 Tonnen Kohlendioxid produziert", heißt es in dem Bericht der Stadtverwaltung von Bangkok und der Green Leaf Foundation aus Bangkok, der vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen unterstützt wurde. Das ist so viel, wie die New Yorker 2007 pro Kopf produzierten. Die Einwohner von London waren für 5,9 Tonnen Kohlendioxid pro Kopf verantwortlich

Quelle: Xinhua

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