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31. 08. 2010 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Wegen rassistischen Äußerungen: Politiker fordern Rücktritt von Thilo Sarrazin

Schlagwörter: Thilo Sarrazin Juden SPD

Thilo Sarrazin (SPD) ist erneut wegen abfälliger Äußerungen über Muslime und Juden in die Kritik geraten. Viele fordern seinen Parteiausschluss und seinen Rücktritt als Bundesbankvorstand, doch er selbst weist alle Vorwürfe zurück.

Hohe Regierungsbeamte und Migrationspolitiker verurteilten am Sonntag die Äußerungen des Vorstandes der Deutschen Bundesbank, Thilo Sarrazin, als rassistisch und anti-semitisch. Sarrazin war ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, als er gegenüber der Welt am Sonntag erklärte, dass "alle Juden ein bestimmtes Gen teilen". Er sagte außerdem, dass muslimische Einwanderer in Europa nicht bereit und nicht imstande seien, sich in westliche Gesellschaften zu integrieren.

Mehrere deutsche Politiker fordern den Rücktritt des 65-Jährigen als Bundesbankvorstand und seinen Austritt aus der SPD. Unbeirrt davon bekräftigte Sarrazin am Montag seine Worte bei der Präsentation seines Buchs mit dem Titel "Deutschland schafft sich ab". Die SPD will ihn loswerden, Die Bundesbank, zu deren Vorstand Sarrazin gehört, distanziert sich von ihm. Von seinem Posten entheben könnte ihn offenbar nur der Bundespräsident.

Außenminister Guido Westerwelle sagte in einem Interview mit Bild am Sonntag, dass Äußerungen, die Rassismus oder sogar Anti-Semitismus schürten, keinen Platz im politischen Kurs der SPD hätten. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg meinte, Sarrazin hätte die Grenzen der Provokation überschritten.

Leiter von jüdischen und muslimischen Gemeinschaften in Deutschland verurteilten ebenfalls die Äußerungen Sarrazins. Stephan Kramer vom Zentralrat der Juden sagte: "Wer die Juden über ihr Erbgut zu definieren versucht, auch wenn das vermeintlich positiv gemeint ist, erliegt einem Rassenwahn, den das Judentum nicht teilt."

Vergangenes Jahr hatte Sarrazin, ehemaliger Berliner Finanzsenator, gegenüber einer Zeitung erklärt: "Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert." Er entschuldigte sich später für seine Äußerungen. Ein führendes Mitglied der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, rief Bundeskanzlerin Merkel auf, Sarrazin als Bundesbank-Vorstand abzusetzen.

In einem Interview mit Die Welt sagte Sarrazin: "Muslimische Migranten integrieren sich überall in Europa deutlich schlechter als andere Gruppen von Migranten. Die Ursachen dafür sind nicht ethnisch, sondern liegen offenbar in der Kultur des Islam." Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, sagte, Sarrazin zeichne ein Zerrbild der Integration in Deutschland und stütze sich nur auf die negativen Beispiele.

Quelle: german.china.org.cn

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