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| 19. 01. 2011 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Attacken auf Computersysteme haben das Potential, eine globale Katastrophe auszulösen, hieß es gestern in einem Bericht der OECD. Dies könne allerdings nur in Kombination mit einem anderen Unglück geschehen.
Die Studie, die Teil eines breit angelegten OECD-Projekts über mögliche zukünftige Bedrohungen wie einem Zusammenbruch des Weltfinanzsystems oder einer großflächigen Pandemie ist, kam zum Schluss, dass es einige wenige "Cyber-Events" gibt, welche eine weltweite Katastrophe auslösen können. Ein Beispiel wäre ein erfolgreicher Angriff auf eines der technischen Protokolle, von denen das Internet abhängt. Ebenfalls denkbar wäre eine Sonneneruption, in deren Folge wichtige Kommunikationsinstrumente ausfallen.
Die Studie stellte weiter fest, dass eine Cyber-Attacke insbesondere dann Anlass zu ernsthaften Sorgen gibt, wenn sie gemeinsam mit einer Katastrophe kommt. "In so einem Fall könnten sich die Bedingungen für einen schrecklichen Sturm zusammenbrauen", steht in dem Bericht, welchen Professor Peter Sommer von der London School of Economics und Dr. Ian Brown von der Oxford-Universität in Großbritannien verfasst haben.
Regierungen haben die Wichtigkeit von Cybersicherheit erkannt. Die USA sind daran, sich auf einen Cyberkrieg vorzubereiten und haben dafür ein eigenes Militärkommando gegründet. England wertete im vergangenen Oktober Cyber-Attacken als eine der größten externen Bedrohungen und versprach, in dieser Frage zusätzliche 650 Millionen Pfund aufzuwenden. Unterdessen sehen Entwicklungsländer wie China und Russland den Cyberkrieg als eine Arena, in welcher sie die Dominanz des konventionellen US-Militärs brechen können.
Der Computerwurm Stuxnet, der industrielle Systeme angreift und der nach Meinung vieler ein staatlicher Angriff auf das iranische Atomprogramm darstellt, steht für die wachsende Militarisierung des Cyberspace. Die New York Times berichtete am Samstag, dass der Wurm eine Gemeinschaftsarbeit der USA und Israels gewesen sei und dass er im israelischen Atomkraftwerk Dimona getestet worden war.
Die OECD-Studie kam zum Schluss, dass bei künftigen Kriegen Cyber-Attacken immer häufiger vorkommen werden. Ebenfalls vermuten sie, dass ideologische Aktivisten jeglicher Couleur immer mehr Waffen für den Cyberspace entwickeln und anwenden. "Es gibt ein zunehmendes Risiko von lokalem Leid und Verlusten als ein Resultat von beschädigten Computern und Telekommunikationsdiensten", hieß es im Bericht weiter. Allerdings kam der Bericht auch zum Schluss, dass ein reiner Cyber-Krieg, der fast ausschließlich auf Computersystemen ausgetragen wird, eher unwahrscheinlich ist.
Quelle: China Daily
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