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| 10. 12. 2011 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Das chinesische Außenministerium bestritt am Donnerstag, dass die Volksrepublik für einen "real existierenden Neo-Kolonialismus in Afrika" verantwortlich ist. Diese These hatten zuvor gewisse westliche Medien in früheren Berichten vertreten.
"China hat sich beim Getreide immer auf eine Politik der Autarkie festgelegt. So hat China nicht einfach einen Haufen Land in Afrika erworben, sondern den afrikanischen Ländern auch nach bestem Wissen und Gewissen bei der landwirtschaftlichen Produktion geholfen, indem man nicht nur den Agrarertrag zu steigern half, sondern sich auch um eine verstärkte Verwertung der einheimischen natürlichen Ressourcen bemühte und versuchte, die Herausforderungen des Klimawandels und der Ernährungssicherheit zu bewältigen ", sagte Außenministeriumssprecher Hong Lei bei der täglichen Pressekonferenz in Beijing.
Unter den afrikanischen Ländern herrsche ein breiter Konsens, dass China keine neokolonialistische Strategie in Afrika durchführe. Er zitierte dazu eine Aussage des südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma, wonach Beijing den Kontinent nicht kolonialisiere, sondern vielmehr ein strategischer Partner sei, der viel für die Verbesserung der Lebensqualität in seinem Land beitrage.
"Afrika ist das Opfer eines landwirtschaftlichen Neokolonialismus. Es ist die gemeinsame Verantwortung der Weltgemeinschaft, für die nachhaltige Entwicklung der afrikanischen Landwirtschaft zu sorgen", sagte Hong. "China fordert die Länder auf, die einen großen Teil des Bodens in Afrika ausgebeutet haben, konkrete Schritte zu unternehmen, um die Probleme rund um die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln zu lösen."
China ist einer der wichtigsten Handelspartner von Afrika. Der bilaterale Handel stieg zwischen 2000 und 2010 um über 1000 Prozent. Während des Sambia-Besuchs im Juni hatte die US-Außenministerium Hillary Clinton deswegen China indirekt einen "neuen Kolonialismus" in Afrika vorgeworfen.
"Der Westen scheint nicht gewillt, oder auch nicht in der Lage zu sein, auf die Veränderungen in Afrika zu reagieren", schrieb Professor Francis Njubi Nesbitt von der San Diego State University am Mittwoch in einer Analyse für die in Hongkong ansässige Asia Times Online. "Die Vereinigten Staaten und Europa betrachten Afrika noch immer als einen verarmten, rückständigen Kontinent, der im besten Fall Sympathie und im schlimmsten Fall Verachtung verdient." China habe auch Infrastruktur- und Industrialisierungsprojekte finanziert, was der Westen seit Kolonialzeit nicht mehr getan hat. "Es bleibt zu hoffen, dass diese Projekte bei der Modernisierung Afrika helfen – ein Traum, der zum ersten Mal seit der Unabhängigkeit wieder erreichbar scheint", schrieb der Professor.
Quelle: China Daily
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