Sexualwissenschaftlerin fügt sich Druck

Allerdings haben die mutigen Aussagen Lis in China, einer Gesellschaft, in der die Mehrheit der Menschen immer noch vergleichsweise traditionelle und moralische Einstellungen zum Thema Sex hat, auch Zweifel und Kritik auf sich gezogen.

Einige Personen glauben, Lis Ansichten seien moralisch verwerflich und in einer zivilisierten Gesellschaft inakzeptabel. Andere sind der Überzeugung, dass die Verteidigung des Rechts der Menschen auf sexuelle Verhaltensweisen wie One-Night-Stands, Ehe von Homosexuellen und Partnertausch, um nur einige zu nennen, zur Verbreitung von HIV/AIDS und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten führe. Wieder andere sagen, Li stelle sich auf die Seite von Übeltätern, unter anderem korrupten Beamten, um Chinas Anti-Porno-Gesetz zu beseitigen.

Li ist sich über die Kritik und ihre Gründe wohl bewusst.

"Viele Menschen glauben, dass ich für Übeltäter kämpfe. Das erklärt, warum meine Ansichten auf so viel Ablehnung stoßen. Aber für Übeltäter kämpfe ich absolut nicht", schrieb Li in einem Eintrag in ihrem Blog.

"Die Menschen, für die ich mich einsetze, sind nicht alle schlechte Menschen. Egal ob sie schwul oder lesbisch sind oder ihre Partner tauschen, sie sind zu allererst ganz normale Menschen, die lediglich einen oder anderen besonderen Angewohnheiten haben."

"Ich finde, dass sogar schlechte Menschen Anspruch auf ihre Grundrechte wie Essen und Sex haben sollten. Dies ist für meine Landsleute nicht leicht zu akzeptieren", schrieb Li weiter.

(China.org.cn, China Daily, 27. Februar 2007)


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