Opern in China (Teil III): Die Peking-Oper (1)
Dies ist der dritte Teil einer Reihe über die Pekingoper und andere Opernformen in China. Wir möchten mit dieser Reihe einen collagenhaften Eindruck von der Vielfalt und der gegenwärtigen Situation der Oper in China vermitteln.

Der Ursprung der Peking Oper

Die Peking-Oper ist eigentlich eine Beijinger Lokaloper, aber Peking-Opern-Fans gibt es in ganz China. Bei dieser Opernart sind Gesang, Rezitation, Pantomime und Akrobatik miteinander verbunden. Wegen ihrer ausgezeichneten Darstellungskunst, den ansprechenden Melodien, den bunten, prächtigen Kostümen und der wunderbaren Akrobatik wurde die Peking-Oper, eine von mehr als hundert chinesischen Opernarten, zur am weitesten verbreiteten und einflußreichsten. Sie kann auf eine Geschichte von über 150 Jahren zurückblicken.

Ihre Entstehung geht auf die Regierungsperiode des Kaiser Qianlong (1736-1795) in der Qing-Dynastie (1644-1911) zurück. Während einer Inspektionsreise südlich des Yangtse entdeckte Qianlong sein Interesse für Lokalopern, und an seinem 80. Geburtstag, im Jahre 1790, berief er lokale Operntruppen aus verschiedenen Teilen des Landes zu Vorführungen nach Beijing.

Die vier wichtigsten Truppen aus der Provinz Anhui blieben anschließend in der Hauptstadt, um den Kaiser zu vergnügen. Sie verdrängten allmählich die Kunqu-Oper, die bis dahin am Hof und bei der Oberschicht dominierend gewesen war. Im Jahre 1828 kam noch eine Operntruppe aus der Provinz Hubei nach Beijing und teilte sich mit den Anhui-Truppen die Bühne. Dabei wurden sowohl Erhuang- als auch Xipi-Melodien gesungen. Diese Vorführungen wurden allgemein Pihuang genannt und stellten Vorläufer der Peking-Oper dar.

(Der zweite und abschließende Teil dieses Beitrags über die Pekingoper erscheint am Mittwoch. Er hat die Grundlagen der Peking-Oper zum Thema.)

(China Heute/3. Juni 2003)