| Opern in China (Teil XXV): Das Aus für Chinas lokale Opern? (2) |
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Im zweiten Teil unseres Beitrags über die Frage der Zukunft für Chinas lokale Opern geht es um die Entwicklung der lokalen Opern in Chang'an, dem ehemaligen kulturellen Zentrum Chinas, dem heutigen Xi'an. Während der Han-Dynastie (206 v. Chr. – 220 n. Chr.) entwickelten sich Tanz und Gesang hin zum Erzählen von Geschichten. Diese Veranstaltungen wurden „baixi“, „hundert Vorführungen“, genannt. Zhang Heng (78-139) schrieb in den Aufzeichnungen „Xi Jing Fu“, dass in Chang’an viele dieser Vorführungen stattfanden und „Leute aus 300 Li Entfernung kamen um zuzuschauen“. In der Sui- (581-618) und der Tang-Dynastie (618-907) wurde Chang’an zu einer der reichsten Städte der Welt. Chinesisches Variete und westliche Vorführungen wurden hier angeboten und erlebten eine Blüte. Jiaofang und Liyuan, besondere Schulen zur Ausbildung von Darstellern und Inszenierung von Bühnenshows, wurden gegründet, um der kaiserlichen Familie mehr Unterhaltung bieten zu können. Laut historischen Aufzeichnungen lebten zeitweise bis zu 11.000 Darsteller in Chang’an. Abgesehen von den Vorführungen im kaiserlichen Palast, gab es in Chang’an auch nicht wenige Orte, in denen regelmäßig volkstümliche Jahrmärkte stattfanden, so z.B. im Ci’en Tempel, im Qinglong Tempel, im Jianfu Tempel und im Yongshou Tempel. Viele ausgegrabene Gegenstände zeigen, wie sehr lokales Theater in Chang’an blühte. Zu den gefundenen Gegenständen zählen ein Gemälde einer Gesang- und Tanzveranstaltung, das in einem Grab aus der Tang-Dynastie in Liquan, in der Provinz Shaanxi, entdeckt wurde und Grabbeigaben in Form von Figuren von Tänzern und Darstellern, die in Tang-Gräbern in der ganzen Provinz gefunden wurden. Viele der damaligen Bühnenstücke hatten bereits dieselben Grundzüge wie wir sie aus heutigen Dramen kennen. Das Stück „Cha Jiu Lun“ (Gespräche über Tee und Wein), das Wang Fu in der späten Tang-Dynastie schrieb, erörtert, wie Tee und Wein den Menschen helfen oder schaden können, indem drei verschiedene Charaktere, Tee, Wein und Wasser miteinander diskutieren. In dem kurzen Stück sind sowohl Arien als auch Dialoge enthalten. Auch wenn sich das Zentrum von Politik, Wirtschaft und Kultur seit der Song-Dynastie von Chang’an langsam nach Osten verschoben hat, haben lokale Opern und andere Formen von Darbietungen in den Weiten des westlichen Hinterlands weiterhin geblüht. Zaju-Opern verbreiteten sich und „shuochang daoqing“, eine Form des Geschichtenerzählens, und der Yangge-Tanz tauchten ebenfalls auf. Während der Ming-Dynastie (1368-1644) und in der frühen Qing-Dynastie (1644-1911) zog die starke Wirtschaft der Provinz Shaanxi eine große Zahl von Bauern aus den umliegenden Provinzen Sichuan, Hunan, Henan, Shanxi, Anhui und Jiangxi an. Die Bauern führten viele andere Opernformen wie z.B. Handiao Erhuang, Huagu, Xianxi, Tiaoxi und Saixi ein. In der Qing-Dynastie gab es in Shaanxi mehr als 29 lokale Opern. Die Qinqiang-Oper war die beliebteste von allen. Die Qinqiang-Oper ist heute nicht nur die „Hauptoper“ in der Provinz Shaanxi sondern auch in den nordwestchinesischen Provinzen Gansu und Qinghai, dem Autonomen Gebiet Ningxia der Hui-Nationalität und dem Autonomen Uygurischen Gebiet Xinjiang. Der 1911 in der Provinz Shaanxi gegründete Opernclub Yisushe hat viel dazu beigetragen, die chinesischen lokalen Opern ins 20. Jahrhundert zu retten. Der Club engagierte Dramatiker wie Li Tongxuan, Sun Renyu, Fan Zidong und Gao Peizhi sowie Darsteller und Darstellerinnen wie Liu Yuzhong, Ouyang Yuqian, Liu Zhensu, Shen Hezhong, Liu Disu und Wang Tianmin, um viele neue Stücke zu schaffen. (Im dritten und letzten Teil unseres Beitrags geht es um den Niedergang der lokalen Opern seit den 1980er Jahren. Der Beitrag, der Vorletzte in unserer Reihe zu Opern in China, erscheint am Donnerstag, den 21. August 2003.) (China Daily/Übersetzt von China.org.cn, 19. August 2003) |


