Steinehrentore an einer alten Poststraße in Longchang

Steinehrentore dienten früher als Dekoration vor Palästen, Tempeln, Gräbern, vor dem Eingang von Amtsgebäuden oder am Beginn einer Straße. Traditionell wurden sie für gerechte und unbestechliche Beamte, keusche Witwen und pietätvolle Söhne errichtet. Heute sieht man in Longchang noch viele derartige Steinbauwerke. Die meisten davon stammen aus der Ming- (1368-1644) und Qing-Dynastie (1644-911).

Longchang ist eine Kreisstadt im Süden der Provinz Sichuan. Schon in der Zeit der Südlichen und Nördlichen Dynastien (420-589) war Longchang eine wichtige Stadt an der Poststraße Bashu. Historischen Überlieferungen zufolge gab es in Longchang70 Steinehrentore, 17 davon sind heute noch gut erhalten. Das älteste Steinehrentor wurde im 9. Jahr der Hongzhi-Regierungsperiode der Ming-Dynastie (1498) errichtet und hat also eine Geschichte von 508 Jahren. Die übrigen 16 Steinehrentore wurden zwischen 1818 und 1887 errichtet.

Im Marktflecken Jin'e, 5 Kilometer nördlich der Kreisstadt, kann man ein 15 Meter hohes und 9,5 Meter breites Steinehrentor sehen. Die Inschrift am Tor besagt, dass es im Jahr 1892 für die Witwe eines Herrn Guo mit dem Familiennamen Chen errichtet wurde. Früher hingen über dem Ehrentor viele Bronzeglocken.

Weiter südlich liegt Daoguanping, eine alte mit grünen Steinplatten gepflasterte Straße innerhalb der Kreisstadt Longchang. An beiden Seiten der ruhigen Straße reihen sich alte Wohnhäuser, kleine Läden und Teehäuser aneinander. Auf der Straße sieht man alte Leute rauchend Mah-Jongg oder Karten spielen.

Diese kleine Straße ist durch vier Steinehrentore in ganz Longchang bekannt. Das älteste Steinehrentor wurde im 25. Jahre der Daoguang-Regierungsperiode der Ming-Dynastie (1545) für den damaligen Kreisvorsteher von Longchang, Niu Shumei, errichtet. 30 Meter von diesem Steinehrentor entfernt steht ein weiteres prächtiges Steinbauwerk. Dieses Ehrentor ist 6,5 Meter hoch und 6,7 Meter breit. Es wurde im 6, Jahr der Xianfeng-Regierungsperiode der Qing-Dynastie für die pietätvollen Kinder einer örtlichen Familie errichtet.

Nach zehn Fahrminuten erreicht man Chunniuping im Zentrum der neuen Kreisstadt Longchang. Hier gibt es auf einer Strecke von 200 Metern sechs Steinehrentore. Das prächtigste davon ist für Guo Yuluan. Er war in der Daoguang-Regierungsperiode (1821-1850) der Qing-Dynastie Kreisvorsteher von Longchang. Seine Amtszeit war durch viele Wohltaten für die Bevölkerung geprägt. Zum Beispiel spendete er 10.000 Tael Silber, um rund 67 Hektar Ackerland zu kaufen. Alle Getreideernten von diesen Feldern wurden an alte Leute ohne Verwandte verteilt. Zur Erinnerung an diesen gutherzigen Beamten wurde im Jahre 1888 dieses Steinehrentor errichtet.

Die Steinehrentore in Longchang sind kostbare Kunstwerke. An ihren Säulen und Balken sieht man fein geschnitzte Menschen- und Tierfiguren und kalligrafierte Inschriften sowie Volkserzählungen und literarische Geschichten, die für das Studium der örtlichen Geschichte, Volkskunst, Kalligrafie und Literatur von großer Bedeutung sind.

(China.org.cn, China im Bild, 7. Februar 2006)