Henan-Rundreise

Als ich Hunger und Durst verspürte, war ich wiederum überwältigt von der Vielzahl und der Auswahl auf der Straße und in den Teehäusern und Restaurants. Die Speisen und Getränke sind traditionell und köstlich, und vor allem sehr preiswert.

Die moderne Provinzhauptstadt Zhengzhou war die zweite Station auf meiner Reise. Hier geriet ich in eine große Modeschau vor einem prächtigen Kaufhaus. Wunderschöne Modelle stolzierten auf und ab. Auch die eleganten Männer auf dem Laufsteg ernteten viele laute Zurufe und heftigen Applaus aus dem Publikum der Einkaufsstraße. Durch diese Vorführung wurde ich zu vielen Einkäufen inspiriert, auch für meine Freunde und Verwandten.

Als nächstes fuhr ich zum Shaolin-Tempel. Die kriegerische Dimension des Zen-Buddhismus (ursprünglich „Chan“, „Zen“ ist japanisch) wird einem hier besonders deutlich. Der Tempel selbst ist vor allem historisch interessant. Die Mönche sind alle Meister der traditionellen Kampfkünste und haben schon viele Tourneen in alle Welt absolviert. In der Stadt gibt es Hunderte verschiedene Kampfkunstschulen. Viele bieten Vorführungen und verschiedene Kurse für Touristen an. Die größeren Schulen sind jedoch auch Internate für Kinder und Jugendliche. Die Vorführungen sind atemberaubend, doch als ich die mageren Jugendlichen sah, die mit ihren Köpfen Eisenstangen oder Ziegel durchschlagen, kamen mir Zweifel, ob diese Kinder hier alle gut aufgehoben sind.

In den Teehäusern fühlte ich mich wohler. Ich verbrachte den ganzen Tag beim Kosten der verschiedenen Sorten aus unterschiedlichen Regionen. Die Teezeremonien in China sind vor allem entspannend. Für 10 oder 20 Yuan (maximal 2 Euro) kann man stundenlang die zuvorkommenden Serviererinnen beobachten, traditionelles Knabberzeug genießen und vielleicht auch ein Brettspiel probieren.

(China.org.cn, China im Bild, 29. März 2007)


   zurück   1   2  3