Laitan und das buddhistische Erfo-Kloster

Allerdings, verrät uns die Reiseleiterin, sei das Fort viel später als die Siedlung entstanden. Erst gegen Ende der Qing-Dynastie (1644-1911), also vor etwa 100 Jahren, wurde Wengcheng erbaut. Das Fort hat in dieser Zeit bei der Verteidigung des Dorfes gegen die Aufständischen eine wichtige Rolle gespielt.

Hinter dem Fort beginnt die Siedlung. Die umfassende Mauer ist im Schnitt sieben Meter hoch und zweieinhalb Meter breit. Mehr als 400 Häuser aus der Zeit der Qing-Dynastie sind noch erhalten. Die etwa 150 Jahre alten Bauten sind hauptsächlich aus Holz, die meisten haben Ziegeldächer.

Unsere Reiseleiterin hat uns in die Shuncheng-Straße geführt, sie ist die Hauptstraße der Siedlung. Die etwa 300 Meter lange Straße führt aus der Siedlung hinaus bis zu einem kleinen Hafen am Qiujiang-Fluss. In der Vergangenheit hat die Lage der Siedlung am Qiujiang-Fluss Laitan gute Handelsmöglichkeiten beschert. Die Wirtschaft florierte, denn für die Kaufleute war Laitan eine wichtige Drehscheibe in der Region.

Auch das Kloster in Laitan, das Erfo-Kloster, profitierte von dieser Entwicklung. Viele Kaufleute kamen hierher, um den Göttern für ein gelungenes Geschäft zu danken. Aber auch die Hafenarbeiter oder die Fährschiffer kamen ins Kloster. Sie erbaten von den Göttern meist Schutz bei ihrer gefährlichen Arbeit. Auch heute noch erlebt das Kloster einen deutlichen Anstieg der Besucherzahlen, wenn gleichzeitig ein Jahrmarkt stattfindet. Unsere Reiseleiterin bestätigt dies:

"Dreimal im Jahr findet im Kloster ein Jahrmarkt statt. Und zwar am 19. Tag des zweiten, sechsten und neunten Monats nach dem chinesischen Mondkalender. Das Kloster ist dann immer gerammelt voll. Täglich kann das Kloster 40.000 bis 50.000 Pilger und Besucher aufnehmen."


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