Erkundungstour zu folkloristischen Kulturen in Guizhou

 

Im Freilichtmuseum haben die Besucher außerdem Gelegenheit, handwerkliche Künste der Miao zu bewundern. Dazu sagt der Kurator des Museums, Xu Meilin:

"Dieses Museum ist das erste derartige Museum in China, ja sogar in ganz Asien. Hier kann der Besucher noch die Tradition der ethnischen Gruppen in fast ursprünglicher Form kennen lernen. Und die Menschen pflegen auch im Alltag noch immer ihre traditionellen Sitten und Gebräuche. Man kann in der Siedlung zum Beispiel schöne Wachsreservedrucke sehen. Diese traditionelle Handwerkskunst verwandelt die handgewebten Stoffe in textile Kostbarkeiten. Seit alters her haben Mädchen in dieser Technik die Aussteuer für ihre Hochzeit erstellt. Die auf diese aufwendige Art bedruckten Stoffe sind sehr elegant und schön. Es gibt auch folkloristische Gesangs- und Tanzdarbietungen. Sehr lohnenswert ist auch eine Betrachtung der schönen Trachten und des Kopfschmucks der Siedlungsbewohner. Beides ist einzigartig auf der Welt."

Unter dem Dachvorsprung lassen die Bauern Flachs an der Luft trocknen. Das daraus hergestellte Leinen ist der wichtigste Stoff für Kleidung und Schmucksachen. Die Besucher können während ihres Aufenthalts in der Siedlung die Verarbeitung von Flachs und die Herstellung von Leinen kennen lernen. Die Miao des Langhorn-Stammes stellen ihre Leinenkleidung hauptsächlich von Hand her. In der Regel braucht ein Mensch zwei bis drei Jahre, eine Miao-Tracht zu fertigen. Die Miao haben mehr als zehn Methoden für ihre Stickerei. Ganz typisch ist, einen Faden, der ungefähr so dünn wie ein Haar ist, in mehr als zehn Fäden zu teilen und mit diesen hauchdünnen Fäden wunderschöne zarte Muster auf den Stoff zu sticken.


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