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Die Stadt des Phönix in Hunan

german.china.org.cn          Datum: 18. 06. 2004

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Fenghuang, die Stadt des Phönix, liegt im Westen der Provinz Hunan. Die Kreisstadt ist am ehesten für ihre Stelzenhäuser im Miao-Stil bekannt. Die Häuschen sind zweistöckige Holzkonstruktionen, die auf mehreren Pfählen stehen. Der obere Stock, in dem sich die Wohnräume befinden, ragt leicht hervor und bildet so etwas wie eine Terrasse oder einen Balkon. Die Häuser sind meist wunderschön verziert, mit nach oben geschwungenen Dachenden und geschnitzten Fenstern, Türen und Geländern. Es sind leider nur ein Dutzend dieser Stelzenhäuser aus der Qing-Dynastie bis heute erhalten geblieben. Sie befinden sich in dem Örtchen Huilongtan und werden zum Teil als Ferienhäuser vermietet, für nicht einmal 200 Yuan pro Monat. Eine Übernachtung kostet lediglich 20 Yuan, doch wer Besitzer eines solchen Hauses werden will, muss schon mehr als eine halbe Million aufbringen.

Fenghuang ist die Heimat von Shen Congwen, einem der bekanntesten chinesischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Er wohnte an einer ruhigen Straße in der Altstadt, in einem Haus, das sein Vater vor über 100 Jahren erbauen ließ, als dieser in der kaiserlichen Regierung der Qing diente. Shen Congwen wurde 1902 in diesem Haus geboren und verbrachte seine Kindheit dort. Er verließ es mit 15. Danach wechselte das Gebäude mehrmals die Besitzer, als Shen 1982 dorthin zurückkehrte, lebten fremde Leute darin.

1988 erwarb die Lokalregierung das Haus, veranlasste die nötigen Reparaturarbeiten und machte aus dem ehemaligen Wohnsitz Shen Congwens ein Museum. Das Haus ist von bescheidener Größe, und der kleine Hof ist von acht Räumen umgeben, in denen Shen Congwens Bilder, Manuskripte und Werkausgaben ausgestellt sind.

Die alte befestigte Siedlung Huangsiqiao, eine Stunde entfernt, und die Südliche Große Mauer sind zwei weitere Sehenswürdigkeiten außerhalb des Kreises Fenghuang. Der Überlieferung nach rührt der Name Huangsiqiao, wörtlich "Die Brücke der Huang-Seide", von der folgenden Begebenheit her: Es war einmal ein Seidenfabrikant, der in der Gegend wohnte. Mit dem Geld, das er über viele Jahre hinweg verdient hatte, baute er eine große Brücke über den Fluss, damit die Miao einfacher in die Siedlung gelangen und seine Seide kaufen konnten. Die Brücke verstärkte so die Kontakte zwischen den Han und den Miao. Da der Seidenfabrikant mit Familiennamen Huang hieß, nannten die Miao die Siedlung, in der er lebte, "Huangsiqiao".

Die insgesamt rund 600 Meter lange Schutzmauer um die Siedlung ist im Osten, Westen und Norden von Stadttoren unterbrochen, die durch Wachtürme gesichert sind. Rund 100 Familien leben in der Siedlung, in der ebenfalls mehrere Stelzenhäuser zu sehen sind.

Die Südliche Große Mauer liegt 10 Kilometer außerhalb von Fenghuang und ist in etwa einer halben Stunde zu erreichen. Erst im April 2000 entdeckten Archäologen mehr als 200 Kilometer eines alten Befestigungswerks, das der Großen Mauer im Norden Chinas ähnelte. Ihre Untersuchungen legten nahe, dass seine militärische Organisationsstruktur identisch war mit der an der Großen Mauer im Norden des Landes, und sie folgerten, dass es ein Teil der Befestigungsanlagen der Ming-Dynastie war, der zur Verteidigung des Kaiserreichs gegen die Miao-Stämme im Süden diente.

Experten schätzen, dass sich die im Durchschnitt 2,3 Meter hohe Südliche Große Mauer über 380 Kilometer erstreckte. Ihre zehn Meter hohen Wachtürme waren vollständig aus Stein gebaut und müssen ein beeindruckender Anblick gewesen sein. Schon in der Ming-Dynastie begannen die Bewohner der Umgebung jedoch, die Mauersteine abzutransportieren und als Baumaterial zu verwenden. Daher endet der heute noch sichtbare Mauerabschnitt jäh, und seine Wachtürme mussten von der Lokalregierung unter hohen Kosten wiederhergestellt werden.

Ebenfalls in der Nähe von Fenghuang liegt das malerische Dorf Duluo, dessen Name in der Miao-Sprache „viel Bambus" bedeutet. In seiner Umgebung müssen einst dichte Bambusbestände gestanden haben, was aber heute leider nicht mehr der Fall ist. Das Dorf liegt an einem Hang, und jedes Haus steht auf einem hohen Steinfundament. Im Dorf ist es im Winter mild und im Sommer kühl. Gleich beim Dorf befindet sich ein großartiger Wasserfall, und um sich die beste Aussicht darauf nicht entgehen zu lassen, folgen die Besucher dem schlammigen Pfad von seinem Ausgangspunkt bis ganz hinunter. Auch am unteren Ende des Dorfes befindet sich ein etwa einen Meter breiter und zwölf Meter hoher Wasserfall, mit einem weiteren kleineren gleich daneben. Sie sind durch Lianen getrennt. Im Sommer wachsen die beiden Wasserfälle zusammen und setzen die Lianen unter Wasser - ein herrlicher Anblick.

Reisetipps: Die Anreise nach Fenghuang ist recht einfach. Der Zug K525 von Changsha nach Zhangjiajie fährt um 19.28 in Changsha ab und kommt am nächsten Morgen um 6.42 in Jishou an. Von dort dauert die Fahrt nach Fenghuang im klimatisierten Bus etwa ein halb Stunden. Der Fahrpreis liegt bei 10 Yuan pro Person. Ein Taxi von Jishou nach Fenghuang kostet 80 Yuan. Besucher können auch den Zug nach Huaihua nehmen. Bis Fenghuang sind es von dort drei Stunden mit dem Bus. Im Städtchen selber sind Motorradrikschas das weitverbreitetste Transportmittel für Touristen. Und auch die Unterkunft in der kleinen Stadt ist ausgesprochen preiswert. Die Übernachtung in einer Pension kostet 15 bis 20 Yuan pro Person pro Nacht, mit einem Zuschlag von 10 Yuan für eine Klimaanlage. In der Regierungsherberge bezahlt man 12 Yuan pro Person pro Nacht. Ein Doppelzimmer in einem Standardhotel kostet zwischen 120 und 200 Yuan pro Nacht. Günstig sind auch die Restaurantpreise in Fenghuang. Pro Tag muss man mit nicht mehr als 20 bis 30 Yuan pro Person rechnen. Die Küche umfasst eine breite Palette köstlicher örtlicher Spezialitäten. Ideale Mitbringsel aus Fenghuang sind Batik-Kleider und -Drucke, Silber, verzierte Büffelhörner und -knochen und Schmuck.

(CRI/China.org.cn, 24. Februar 2004)

Quelle: CRI

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