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Yanjing – ein alter Marktflecken in Tibet

german.china.org.cn          Datum: 27. 03. 2007

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Der Marktflecken Yanjing befindet sich an beiden Ufern des Flusses Lancang (Mekong) im Kreis Markam des Bezirkes Qamdo im Autonomen Gebiet Tibet. Mit seiner bildschönen Naturlandschaft und langen Geschichte sowie dem vielgestaltigen Kulturleben der örtlichen Einwohner übt Yanjing große Anziehungskraft auf in- und ausländische Touristen aus.

Salzproduktion

"Yan" bedeutet Salz, und "jing" bedeutet Brunnen. In der Geschichte war Yanjing ein wichtiger Ort an der Tee- und Salzkarawanenstraße zwischen dem Binnenland Chinas und Tibet. Das Grundwasser in Yanjing hat einen hohen Salzgehalt. Schon vor 1000 Jahren hat man es verstanden, aus dem unterirdischen Salzwasser Salz zu gewinnen. Auch heute beschäftigt sich fast jede tibetische Familie mit der Salzproduktion. Überall an den beiden Ufern des Flusses Lancang sieht man tibetische Frauen, die ein Holzfass auf dem Rücken zum Salzbrunnen tragen, um die Sole abzuholen. Die Salzgewinnung hat hier lokale Besonderheiten. Das Salzbecken liegt nicht auf dem Boden, sondern auf einem Holzgestell. Jede Familie hat mehrere solche Salzbecken, die unterschiedlich groß sind. Das größte hat eine Fläche von 7 Quadratmetern. Die Frauen sind sehr tüchtig. Fast alle Arbeiten werden von ihnen alleine durchgeführt. Jeden Tag, wenn es nicht regnet, gehen sie fast 100 Mal zwischen Salzbrunnen und Salzbecken hin und her. Nach der Gewinnung des Salzes wird es von Karawanen in andere Gebiete Tibets sowie nach Yunnan und Sichuan transportiert.

Katholizismus und Lamaismus

Seit der Tang-Dynastie (618-907) ist der Lamaismus die wichtigste Religion in Tibet. Mit der Entstehung der Tee- und Salzkarawanenstraße fand der Katholizismus ab dem Jahr 1865 in Yanjing seine Ausbreitung. So sind heute über 85 Prozent der örtlichen Tibeter seine Anhänger. In Yanjing leben aber auch viele Angehörige des Naxi-Nationalität, die schon vor Jahrhunderten aus anderen Gebieten hierher gekommen sind. Ihre Wohnhäuser und Lebensweise gleichen denen der Tibeter. Sie essen Zanba (Gerstenmehl mit Jakbutter) und trinken Buttertee, aber sie sind Lamaisten. So gibt es in Yanjing neben einer katholischen Kirche mit dem Namen Lagong auch viele lamaistische Klöster. Die Lagong-Kirche ist die einzige katholische Kirche in Tibet. Sie weist einen tibetischen Baustil auf, aber in der Kirche sieht man Statuen von Jesus und Maria sowie Bilder über die Bibelgeschichten, aber auch Hadas (Schals aus weißer Seide wie sie in Tibet und der Inneren Mongolei gebräuchlich sind).

Wein

Die Tibeter in Yanjing trinken gerne Wein. Das geht auf einen französischen Missionar zurück, der in den 1940er Jahren Weintrauben und die Technik zur Weinherstellung hier hergebracht hat. Heute baut fast jede Familie Weintrauben an und hat eine Weinkellerei. Der Wein aus Yanjing schmeckt so gut wie der französische Bordeaux.

(China.org.cn, China im Bild, 27. März 2007)

Quelle: ciic

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