Chinas Milliardäre führen den weltweiten Vormarsch der Reichen an

06.11.2017

Es ist kein Geheimnis, dass sich die Treiber der globalen, wirtschaftlichen Expansion in den letzten Dekaden geändert haben. Vor 20 Jahren wurde die internationale Expansion noch von multinationalen Konzernen vorangetrieben - sie haben neue Märkte erschlossen und beuteten das Angebot an billigen Arbeitskräften im Osten aus. Diese Zeiten haben sich geändert. Die Flut hat ihren Lauf geändert, und mittlerweile wird der Osten mehr und mehr zu einem Exporteur des Reichtums. 

Die Asiatische Entwicklungsbank hat zu Beginn des Jahres geschätzt, dass die Region im nächsten Jahr ungefähr 60 Prozent der weltweiten, wirtschaftlichen Expansion verbuchen wird. Die Kapital- und arbeitsintensiven Industriezweige sind nicht mehr länger die Treiber des wirtschaftlichen Aufschwungs, denn mittlerweile bilden die Technologie und die Dienstleistungssektoren die Speerspitze. Offensichtlich hat es hier eine seismografische Schwerpunktverlagerung beim geografischen Epizentrum des Wachstums gegeben, das gilt auch für die die Sektoren und Strategien der weltweiten Wirtschaftstreiber. 

Doch wer genau sind eigentlich diese neuen Erschaffer des Reichtums? Der „Billionaires Insight Report“, der von USB gemeinsam mit PricewaterhouseCoopers veröffentlicht wurde, gibt darüber mehr Aufschluss. Er zeigt, dass das Jahr 2016 eine Wegmarke bedeutet hat. Erstmals haben die Milliardäre in Asien ihre Gegenstücke in den USA zahlenmäßig abgehängt. Alle zwei Tage gibt es in Asien einen neuen Milliardär, und die Hitliste der Milliardäre wird von China angeführt. Milliardäre bilden die Speerspitze beim Aufstieg Asiens als wirtschaftlicher Wachstumstreiber. Insbesondere China hatte ein außergewöhnliches Jahr - hier gab es 67 neue Milliardäre, womit es in dem Land mittlerweile 318 Milliardäre gibt. Diese entstanden hauptsächlich durch Konglomerate und in den Bereichen Immobilien und Industrie. 

Während die Anzahl an Milliardären im letzten Jahr fast in jedem Quartal anstieg, stagnierte die Anzahl an Milliardären in Europa. Europa ist die Heimat des alten Geldes, mit einer relativ konservativen Geschäftskultur und strengen Regulativen. 

Wenn es ein Wort gibt, dass die letzten Einsteiger in der Liste zusammenfasst, dann ist es Unternehmergeist. Im Jahr 1995 haben es 45 Prozent der Milliardäre aus eigener Kraft zum Reichtum geschafft. Im letzten Jahr ist der Prozentsatz auf 70 Prozent angewachsen. In Asien und in den Vereinigten Staaten ist der Großteil des Reichtums hausgemacht. Die USA bleiben weiterhin die globale Heimat der Technologie-Innovation. Die Technologie-Unternehmer verdienen ein Vermögen in einer unglaublichen Geschwindigkeit im Silicon Valley. Start-Up Unternehmen in den Bereichen von selbstfahrenden Autos bis zu Software revolutionieren die Geschäftsmodelle und legen hier den Grundstein für den Reichtum von morgen.  

Eine kollektive Markt-Kapitalisierung der fünf größten Technologie-Aktien (Facebook, Amazon, Alphabet, Apple und Microsoft) würde diese Gruppe als fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt positionieren. Doch die Unternehmer in Asien holen schnell auf. Der Aufstieg wird verkörpert durch Milliardäre wie Jack Ma von Alibaba, Pony Ma von Tencent und Masayoshi Son von der SoftBank. Und es sieht so aus, als ob das Beste noch bevorsteht für die Milliardäre in den Sektoren, welche die neue Wirtschaft anführen. In den am schnellsten wachsenden Regionen und den stärksten Sektoren werden diese Milliardäre immer jünger. Mit Ende des letzten Jahres waren die Milliardäre in Asien durchschnittlich 59 Jahre alt. In China, wo sich das Wachstum am schnellsten vollzieht, liegt der Durchschnitt bei 55 Jahren. 

Die Welt verändert sich schneller als je zuvor. Das macht es immer schwieriger vorauszusagen, wer die nächsten Superreichen sein werden. Alles ist möglich. Doch es ist wahrscheinlich, dass sich die gegenwärtigen Trends verstärken werden. Die Analyse zeigt, dass der zusammengezählte Reichtum der Milliardäre in Asien jenen der Milliardäre in den USA in vier Jahren übertreffen wird, wenn sich die gegenwärtigen Wachstumsverläufe fortsetzen. Asiens wirtschaftliches Momentum und die neuen, technologie-getriebenen Geschäftsmodelle könnten das gegenwärtige Wachstum der Milliardäre fortsetzen. Und die Flut zeigt keine Welle, sich wieder zurückzuziehen. 

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: China,Milliardäre