Smog durch frühes Eingreifen eingedämmt

09.11.2017

Nachdem am Samstag in Beijing die Smog-Warnstufe Orange ausgerufen worden war, hat die Stadt eine Reihe an Notfallmaßnahmen in Kraft gesetzt, um die Luftverschmutzung wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Am Samstag und Sonntag haben die Behörden für Wohnungsbau und Stadtplanung mehr als 2.000 Baustellen untersucht und herausgefunden, dass auf 62 Baustellen der Schadstoffausstoß nicht ausreichend kontrolliert wurde. Die Baustellen wurden angewiesen diesbezüglich Ausbesserungen vorzunehmen.

Über das Wochenende wurden von den Verkehrsbehörden auch 3.078 Fälle von illegalem Baustofftransport bestraft. Mehr als 1.500 LKW mit hohen Emissionswerten wurde der Zugang zur Stadt Beijing verwehrt.

Laut der zentralen Stelle für Umweltaufsicht in Beijing soll die Luftverschmutzung am Montag ihren Höchstwert erreichen und dann ab Dienstag wegen einer Kältewelle langsam besser werden.

Das Ministerium für Umweltschutz hatte letzte Woche für den Zeitraum 4. bis 8. November leichte bis schwere Luftverschmutzung in Beijing, Tianjin, der Provinz Hebei und angrenzende Regionen vorausgesagt.

Die Warnstufe Orange trat letzten Samstag in Beijing, Tianjin und einigen Städten in Hebei, Shanxi, Shandong und Henan in Kraft. Orange ist die zweithöchste Stufe des Smog-Warnstufensystems.

Die Luftqualität in Nordchina verschlechtert sich im späten Herbst und Winter regelmäßig, weil es weniger windig ist und durch Heizen mehr Schadstoffe in die Luft gelangen.

Laut Ministerium war die Luftverschmutzung aber trotz der hohen Warnstufe in Beijing, Tianjian und Hebei weniger schlimm als erwartet.

Laut Wang Zifa, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für atmosphärische Physik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, waren die ausgerufenen Warnstufen und Sofortmaßnahmen zur Eindämmung des Smogs dafür verantwortlich, dass die Luftverschmutzung weniger schlimm ausfiel als erwartet.

„Untersuchungen zeigen, dass Maßnahmen zur Emissionskontrolle einen oder zwei Tage vor Beginn der Smog-Welle die Spitzenbelastung verzögern und die Dichte des Feinstaubs der besonders gesundheitsschädlichen Größenordnung PM2,5 verringern können”, erklärte Wang weiter.

Chai Fahe, Leiter der Forschungsgruppe für Klimatologie an der Chinesischen Akademie für Umweltwissenschaften meint, dass die Notfallmaßnahmen der Behörden in Beijing, Tianjin, der Provinz Hebei sowie in angrenzenden Regionen die PM2,5-Feinstaubbelastung über die letzten Tage in der gesamten Region verringern konnten.

„Dass die Luftqualität besser ist als erwartet, deutet auf die Effektivität von Maßnahmen zur Eindämmung der Luftverschmutzung hin”, so Chai weiter. „Allerdings können solche Maßnahmen den Smog nur bis zu einem gewissen Grad im Zaum halten.”

Im August hat die chinesische Regierung in einem Aktionsplan vorgestellt, wie sie im Herbst und Winter 2018 mit der Luftverschmutzung in der Region umgehen will.  

Der Aktionsplan sieht vor, dass die Dichte des Feinstaubs der Größenordnung PM2,5 zwischen Oktober und März um mehr als 15 Prozent sinkt.


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Quelle: People.cn

Schlagworte: Smog, Beijing, Luftverschmutzung