Gesundheit

Schüler und Studenten sind erhöhtem HIV/AIDS-Risiko ausgesetzt

01.12.2017

Nach Darstellung des Leiters des Chinesischen Zentrums zum Schutz vor Infektionskrankheiten (CCDC) steige in den letzten Jahren die Zahl der Neuinfektionen mit HIV/Aids unter Schülern und Studenten, weshalb es dringend erforderlich sei, die Aufklärungsarbeit zu verbessern und zu erweitern.

"Unter jungen männlichen Erwachsenen – vor allem unter Mittelschülern und Studenten – hat in den letzten Jahren die Ansteckung mit HIV zugenommen, wobei die Übertragung meist durch Sexualverkehr unter Männern stattgefunden hat,"sagte Gao Fu.

Von den Neuerkrankungen unter männlichen Patienten der Altersgruppe zwischen 15 und 29 Jahren seien mehr als die Hälfte durch gleichgeschlechtlichen Verkehr unter Männern zustandegekommen, sagte der Gesundheitsbeamte.

Was die Gesamtheit der Neuerkrankungen in China im ersten Halbjahr 2017 betreffe, so seien 69 Prozent auf heterosexuellen Sexualkontakt zurückzuführen, während der Anteil homosexueller Praktiken hier nur für 25,6 Prozent der Fälle verantwortlich sei.

Nach den Zahlen des CCDC seien die Fälle von Neuinfektionen mit HIV in der Altersgruppe 15 bis 24 Jahren von 8.300 im Jahr 2008 auf nahezu 17.000 im Jahr 2015 gestiegen. In dieser Gruppe gingen im Jahr 2015 mehr als 58 Prozent aller Fälle auf homosexuellen Geschlechtsverkehr zurück.

Huang Chun, stellvertretender Leiter des Beijinger Zentrums zum Schutz vor Infektionskrankheiten, sagte, dass Schüler und Studenten in den letzten Jahren zur zentralen Zielgruppe der AIDS-Aufklärung geworden seien.

Die Zahl der gemeldeten Erkrankungen unter Studenten steige in Beijing seit dem Jahr 2000 an. Damals hätte es nach seinen Angaben den ersten Fall im studentischen Milieu gegeben.

Jiang Chu, Leiter des Zentrums zum Schutz vor Infektionskrankheiten im Beijinger Stadtbezirk Haidian, sagte, dass ein auffälliger Aspekt unter Neuinfektionen mit HIV darin bestände, dass die Zahl der Fälle unter Schülern und Studenten ansteige, und dies vor allem vor dem Hintergrund homosexueller Sexualpraktiken.

"Viele Schüler und Studenten haben in Beijing eine freiere Haltung als frühere Generationen gegenüber der Sexualität,"sagte er. "Das stellt die Verhütung und Kontrolle von HIV-Ansteckungen in der Stadt vor ernsthafte Herausforderungen."

Jiang sagte, dass das Haidianer Zentrum zum Schutz vor Infektionskrankheiteneinige Pilotprojekte zur Verhütung der Ansteckung an Universitäten des Bezirks gestartet habe. Zu den Maßnahmen zählten die kostenlose Verteilung von Kondomen und die Aufstellung von Automaten, an denen zu einem niedrigen Preis Sets für einen HIV-Test angeboten werden.

Gao Fan sagte, dass ohne eine Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsbehörden und Bildungseinrichtungen die Verhütung von HIV/AIDS Infektionen unter jungen Leuten nicht gelingen könne.

Zur Verhinderung der Ansteckung sollte an den Schulen mehr Sexualaufklärung stattfinden. Unterschiedliche Einrichtungen wie Organe der öffentlichen Sicherheit, Gesundheitsbehörden, Krankenhäuser sollten ihre Zusammenarbeit im Interesse einer Bekämpfung der Ausbreitung dieser  Infektionskrankheit verstärken.

China meldete zwischen Januar und Juni diesen Jahres 68.000 Neuinfektionen mit HIV/AIDS. Dies bedeute einen Anstieg von 8,5 Prozent im Vergleich zu den Zahlen des Vorjahres, so Gao. 


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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Infektionskrankheiten,HIV,Aids,China