Sprachgesteuerter Fahrkartenautomat und Gesichtserkennung

Shanghaier U-Bahn sucht technische Zusammenarbeit mit Alibaba und Ant

07.12.2017

Die Betreiberfirma der U-Bahn von Shanghai will sich mit Alibaba und Ant Financial zusammenschließen, um innovative Technologien zu entwickeln, mit denen sich das Angebot der Shanghai Metro verbessern lässt.


Ein Mitarbeiter von Alibaba betrachtet ein System zur Gesichtserkennung in der Zentrale der Shanghaier Metro. Dadurch benötigen Fahrgäste bei der Ticketkontrolle keinen Fahrschein mehr.


Shanghai Metro unterzeichnete am Dienstag eine strategische Kooperationsvereinbarung mit den beiden Unternehmen Alibaba und Ant Financial. Dabei wurden im Hauptsitz des Verkehrsbetriebs einige neue Technologien gezeigt. Allerdings wird die Öffentlichkeit noch eine Weile warten müssen, bis sie diese verwenden können.

Zu den vorgestellten Technologien gehört ein sprachgesteuerter Fahrkartenautomat. Passagiere können ihm mit einem Abstand von bis zu einem Meter ihr Ziel nennen. Die Maschine liefert Navigationshinweise und stellt die Tickets aus. Bei einem Test des Reporters verstand das Gerät zwar die Adresse "755 Weihai Road" nicht aber den Namen des Gebäudes "Shanghai United Media Group Tower".

"Wir sind jetzt in der Lage trotz des Lärms in den Bahnhöfen die Stimme eines Passagiers zu erkennen“, sagte Tian Biao, ein Sprachsteuerungsingenieur von Alibaba. "Soweit ich weiß, ist diese Maschine die weltweit erste, die in einer lauten Umgebung die Informationen präzise erfassen kann.“

Zum jetzigen Zeitpunkt sei der Automat noch nicht in der Lage, Englisch und andere Sprachen zu erkennen. Aber es sei nicht schwer, weitere Sprachen zu integrieren. „Wir haben das nicht getan, weil die Nachfrage auf dem Markt nach Fremdsprachen nicht hoch ist“, so Tian.

Eine weitere neue Technologie ist die Gesichtserkennung an den Drehkreuzen. Passagiere, die sich für das Gesichtserkennungssystem angemeldet haben, können die Absperrung ohne Ticket passieren. Das könnte die Reise von Passagieren erleichtern, die die Metro kostenlos nutzen – etwa Menschen über 70 Jahren, Kriegsveteranen, Nachkommen von Märtyrern und Kinder unter 120 Zentimetern.

"Mit gültigen Dokumenten können sich Passagiere am Informationsschalter der Station für das Gesichtserkennungssystem anmelden", sagt Huang Ying, einer der Ingenieure, die das System entwickelt haben. "Dann müssen die Offiziere nicht jedes Mal darum bitten, den grünen Kanal zu öffnen."

Laut Huang sei nicht geplant, die Gesichtserkennung mit Zahlungsmethoden zu verknüpfen. „Derzeit haben wir die Bequemlichkeit all jener in Sinn, die sie am meisten brauchen“, so Huang.

Alibaba hat außerdem eine Plattform zur Überwachung des Passagieraufkommens entwickelt. Sie identifiziert nicht nur die Gesichter der Passagiere und überwacht diese, sie ist auch in der Lage mit Hilfe des Ali Cloud-Systems das Passagieraufkommen in den nächsten fünf Minuten vorherzusagen.

"Obwohl die Technologien ausgereift genug sind, um in Betrieb genommen zu werden, gibt es noch viele Details, die wir mit der Metro lösen müssen", sagte Ren Zhitao, Markenspezialist von Ali Cloud.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Shanghai,U-Bah,Alibaba,Ant