Militärisch-zivile Integration

Mehr Militärtechnologie für den Zivilbereich

13.12.2017

China werde Innovationen stärken, indem es High-Tech-Industrien mit Militärtechnologien entwickele. Dadurch solle die militärisch-zivile Integration verstärkt werden. Die Maßnahme ziele darauf ab, neue Wachstumstreiber aufzubauen und die Wirtschaft anzuschieben, besagt eine aktuelle Richtlinie des Staatsrates.

Dies ist eine der sieben Schlüsselaufgaben, die von der Richtlinie zur Vertiefung der militärisch-zivilen Integration in der Verteidigungstechnologie-Industrie festgelegt werden. Die Richtlinie wurde am Montag vergangener Woche vom Staatsrat, Chinas Kabinett, herausgegeben.

Die Richtlinie zielt auf die gemeinsame Nutzung technologischer Innovations-Basen und -Einrichtungen zwischen militärischen und zivilen Bereichen ab. Es sollen mehr Anstrengungen unternommen werden, militärische Technologie auf nicht-militärische Gebiete anzuwenden.

Die militärische Integration werde weiterhin auf Schlüsselgebiete abzielen. Dazu zählten Raumfahrt, Cyberspace und Meereswissenschaften. Die Investition von Privatkapital in der Militärindustrie werde ermutigt, besagt das Dokument.

Die Richtlinie ist die neueste Maßnahme der Zentralregierung, die militärisch-zivile Integration zu fördern. Damit sollen im Rahmen der angebotsseitigen Strukturreform militärische Aufträge auf den zivilen Bereich ausgeweitet werden und moderne Militärtechnologie für zivile Zwecke zum Einsatz kommen.

Im Juni hatte das Generalbüro des Staatsrates eine Richtlinie zur Entwicklung der Zivilluftfahrt herausgegeben. Damit soll der Luftraum bis zu einer Höhe von 3000 Metern und andere Industrien, wie Cybersicherheit und Satellitennavigation, geöffnet werden.

In der Tat sind viele entwickelte Volkswirtschaften sehr abhängig von der militärisch-zivilen Integration.

Der US-Flugzeugbauer Boeing verkauft zum Beispiel jedes Jahr Zivilflugzeuge im Wert von Milliarden Dollar an China. Gleichzeitig ist er bekannt für seine hochentwickelten Militärflugzeuge. Viele multinationale japanische Unternehmen, wie Toshiba und Mitsubishi, haben eine Abteilung für Militäraufträge.

Die Integration sei ein weltweiter Trend. Er solle die staatliche Verteidigungsfähigkeit verbessern, sagte Jiang Luming. Er ist Professor an der Staatlichen Verteidigungsuniversität der Volksbefreiungsarmee.

In Ländern wie den USA, Großbritannien und Deutschland seien weniger als 15 Prozent der Militärtechnologie ausschließlich für militärische Zwecke. Mehr als 80 Prozent würden für zivile Zwecke eingesetzt, sagte Jiang.

Im Oktober des vergangenen Jahres sagte Jiang, China habe etwa 290.000 geistige Eigentumsrechte auf dem Gebiet der Landesverteidigung, die nicht eingesetzt würden, weil Militär- und Zivilindustrie früher getrennt waren.

Derzeit seien 30 Prozent der Produkte, die von Chinas Militärunternehmen hergestellt würden, für militärische Zwecke. Die anderen 70 Prozent seien für zivile Zwecke, sagte er.

Künftig wird die High-Tech-Industrie die Hälfte der militärischen Wirtschaft abdecken.


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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: ​China,Innovationen,Militär