China und Südkorea

Moons Staatsbesuch findet in „kritischer Phase“ statt

15.12.2017

Der Besuch von Südkoreas Staatspräsident Moon Jae-in bietet beiden Seiten Gelegenheit für eine Verbesserung ihrer zwischenstaatlichen Beziehungen, die “aus allseits bekannten Gründen” in letzter Zeit gelitten hätten, sagte Chinas Staatspräsident Xi Jinping am Donnerstag.

Analysten gehen davon aus, dass mit dem ersten Staatsbesuch Moons in China ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen beiden Ländern aufgeschlagen wird, die in letzter Zeit unter der Aufstellung des Raketenabwehrsystems THAAD in Südkorea gelitten hatten. Moons viertägiger Staatsbesuch fand unter dem Eindruck wachsender, durch das nordkoreanische Raketen- und Atomprogramm ausgelöster Spannungen statt.

"Ich glaube und hoffe, dass ihr Besuch eine gute Gelegenheit für die Verbesserung und die Entwicklung der Beziehungen zwischen unseren Ländern bietet," sagte Xi.

In Anwesenheit der beiden Staatspräsidenten wurden sieben Vereinbarungen unterzeichnet, die dem Ausbau der Zusammenarbeit auf den Gebieten Handel, Gesundheit und Landwirtschaft dienen.

Laut einer Absichtserklärung sind beide Länder dazu bereit, die zweite Verhandlungsrunde für eine Freihandelszone eröffnen.

Die Schwankungen in den chinesisch-südkoreanischen Beziehungen, so Xi, hätten die beiden Länder darüber belehrt, dass es geboten sei, auf der Grundlage der Achtung der jeweiligen nationalen Kerninteressen eine vielversprechende gemeinsame Zukunft  anzusteuern.

"Die Beziehungen zwischen China und Südkorea und die Lage auf der koreanischen Halbinsel befinden sich in einer krtitischen Phase" sagte Xi.

Als einander freundlich gesonnene, durch eine strategische Partnerschaft miteinander verbundene Nachbarn verfügten China und Südkorea über beträchtliches Potenzial zur Wahrung des Friedens in der Region und zur Förderung einer gemeinsamen Entwicklung, sagte Xi.

Die beiden Präsidenten tauschten sich über die Atomfrage auf der koreanischen Halbinsel aus.

Das Ziel einer Denuklearisierung der Region müsse entschlossen aufrechterhalten werden, sagte Xi und fügte hinzu, dass Krieg und Chaos auf der Halbinsel nicht hinnehmbar wären, weshalb die Atomfrage durch friedliche Mittel auf dem Verhandlungswege gelöst werden sollte.

Im Lichte wichtiger gemeinsamer Interessen sei es China und Südkorea gleichermaßen daran gelegen, Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel zu wahren. Xi sagte, dass China Kommunikation und Kooradination mit Südkorea ausbauen und so einen wichtigen Beitrag zum Friedenserhalt leisten wolle. China möchte darüber hinaus zur Anbahnung von Verhandlungen zwischen den beiden koreanischen Staaten beitragen.

China wird Nord- und Südkorea weiterhin darin unterstützen, ihre Beziehungen durch Dialog zu verbessern und Aussöhnung und Zusammenarbeit voranzutreiben, was einer Lösung der Atomfrage auf der koreanischen Halbinsel nur dienlich sein könne, so Xi.

Moon sagte, dass Südkorea entschieden an einer friedlichen Lösung der Atomfrage auf der koreanischen Halbinsel festhalten werde und sehr daran interessiert sei, gemeinsam mit China am Erhalt des Friedens in der Region zu arbeiten.

Moons Besuch zeige, dass die chinesisch-südkoreanischen Beziehungen in ein "neues Stadium treten", denn angesichts wachsender Unsicherheit auf der koreanischen Halbinsel sei ein Austausch beider Länder über die gebotenen Strategien dringend erforderlich, sagte Ruan Zongze, Abteilungsleiter am Chinesischen Institut für Internationale Studien.


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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Südkorea, Xi Jinping, China, Moon