Expertenrunde über Donglang-Konflikt

​China entdeckt Mängel in der Grenzsicherung

18.12.2017

Der neulich aufgerührte Konflikt über die Donglang-Region (Doklam) verhilft China zu einer Verbesserung der Strategie im Westen des Landes, so die einhellige Meinung einer Expertenrunde am Samstag auf einem Forum.


Indische Soldaten an der Grenzregion (Archivfoto)


China habe Lücken aufgewiesen im Westen des Landes, aber der Streit um Donglang (Doklam) habe die Existenz dieser Mängel aufgedeckt. China sollte Indien dafür dankbar sein, so Generalmajor Peng Guangqian, Stratege an Chinas Militärakademie, auf dem diesjährigen Forum der Global Times.  

Zhao Xiaozhuo, Forscher an der Akademie für Militärwissenschaften der Volksbefreiungsarmee (PLA), sagte, dass die Wurzeln des Konflikts zwischen China und Indien in den "Sicherheitsmaßnahmen Indiens" zu finden seien.

Indien betrachtet Tibet als eine Pufferzone, in der es keine weitreichenden Veränderungen geben dürfe. Dies sei der Grund für die extreme indische Reaktion auf Straßen- und Eisenbahnbaumaßnahmen Chinas in Tibet, meinte  Zhao.

Indien engagiere sich nie im Straßenbau und wisse nichts über die Vorteile von Verkehrsverbindungen, es sehe allein seine eigenen Interessen, so Zhao. 

Indiens Vorsichtsmaßnahmen könnten die bilateralen Beziehungen schädigen, falls Indien nicht daraus lerne, schloss Zhao seine Ausführungen.

Die aktuellen Ereignisse, so Atul Dalakoti, leitender Direktor des Verbandes der indischen Industrie- und Handelskammern, hätten den Spruch "Drache gegen Elefant" bestätigt. Dieser Kommentar wurde von Zhang Jiadong, Professor am Zentrum für Südasienstudien der Fudan Universität, aufgegriffen.

"Das Motiv ‘Drachen gegen Elefant’ sollte Gutes für China und Indien bereithalten, denn es bedeutet, dass beide Länder wichtige Rollen auf der Weltbühne spielen. Allerdings hat Indien als Strategie gewählt, China herauszufordern und in Asien einzudämmen“, so Zhang.


Indien habe sich selbst in eine Lage hineinmanövriert, in der es zu einem Ziel chinesischer Strategie geworden sei, fügte Zhang hinzu.

Als Dalakoti die Frage in den Raum stellte, ob "China nach dreißigjähriger Entwicklung nun Hegemonie anstrebt", wurde dies von chinesischen Experten entschieden zurückgewiesen.

"Weder Indien noch China seien in der Lage, Asien zu dominieren“, meinte Liu Youfa, vormals Generalkonsul Chinas im indischen Mumbai. China ist noch immer weit von Entwicklung entfernt. Nach Lius Auffassung habe China gerade einmal die Armut gelindert und brauche noch drei Jahre, um die Armut zu besiegen.


Bali Ram Deepak, Professor am Zentrum für China- und Südostasienstudien, der Jawaharlal Nehru Universität, vertrat eine ausgeglichene Position: "Es gibt Wettbewerb und Zusammenarbeit zwischen Indien und China. Die beiden Länder sind sich weder Freund noch Feind." 

Beim Konflikt um Donglang (Doklam) sei das Problem, dass "China auf Indien herabblickt und Indien China nicht ernst nimmt."

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Doklam,China,Indien