Nach Gesprächen in China

Taiwaner Behörden verhaften Führer der Pro-Festland-Partei

20.12.2017

Beijing hat die Verhaftung von Führern der festlandfreundlichen Neuen Partei durch Taiwaner Behörden kritisiert. Die vier Politiker waren am Dienstag kurz nach ihrer Rückkehr von einer Reise zum Festland von der Polizei festgenommen worden.

 

Wang Ping-chun (Archivfoto)


„Die Taiwaner Behörden beschützen und verwöhnen Seperatisten, die sich für die Unabhängigkeit Taiwans aussprechen. Gleichzeitig nutzen sie jedes Mittel, um diejenigen Individuen zu verfolgen, die eine friedliche Wiedervereinigung befürworten“, sagte der Sprecher des beim Staatsrat angesiedelten Büros für Taiwan-Angelegenheiten, An Fengshan. „Wir verurteilen ein solches Verhalten entschieden und werden die Angelegenheit genau verfolgen“, sagte er.

 

Die Neue Partei unterstütze die Ein-China-Politik, lehne das Konzept der „Unabhängigkeit Taiwans“ ab und setze sich für positive Beziehungen zwischen der Insel und dem Festland ein. Die chinesische Regierung begrüße diese Haltung sehr, sagte An.

 

Der Sprecher der Partei, Wang Ping-chun, war zusammen mit drei anderen jüngeren Parteimitgliedern verhaftet worden, nachdem die Polizei am Dienstag ihre Wohnungen durchsucht hatte, wie die Taiwaner Zeitung China Times berichtete.

 

Der Zeitung zufolge waren die vier Taiwaner am Samstag von einer Reise auf das Festland zurückgekehrt, auf der sie mit Funktionären aus Beijing, Shanghai und der Provinz Jiangsu gesprochen hatten. Ihre Reise war öffentlich angekündigt worden und Medien hatten bereits darüber berichtet. Der Bericht in der China Times hinterfragt die Rechtsgrundlage, auf der die vier Männer verhaftet wurden. Die Taiwaner Behörden beschuldigen Wang, das „Nationale Sicherheitsgesetz“ gebrochen zu haben.

 

Als die Polizei bei Wangs Wohnung eintrafen, weigerte sich dieser, seine Tür zu öffnen. Daraufhin verschafften sich die Beamten gewaltsam Zutritt. Wang übertrug seine Verhaftung am Dienstagmorgen live auf Facebook. Das Vorgehen der Polizei bezeichnete er der China Times zufolge als „Weißen Terror“. Unter diesem Begriff werden in Taiwan Verbrechen bezeichnet, die unter Chiang Kai-sheks Kuomintang-Regierung an Regierungsgegnern und Oppositionellen verübt worden waren.

 

Der den Unabhängigkeitsbefürwortern nahestehenden Fernsehsender SET News berichtete am Dienstag, die Polizei habe bei der Wohnungsdurchsuchung Unterlagen gefunden, die „wie Sparbücher aussehen“ und vereinfachte chinesische Schriftzeichen enthalten, wie sie auf dem Festland üblich sind. Zudem seien Renminbi-Noten gefunden worden.

 

Der Vorsitzende der Neuen Partei, Yok Mu-Ming, sagte der Global Times am Dienstag, seine Partei werde Maßnahmen gegen die Verhaftung ergreifen. Auf die Frage, ob er die Verhaftungen mit dem Chinabesuch in Zusammenhang bringe, antwortete er, Taiwaner Behörden würden wahrscheinlich aus Angst vor steigenden Anhängerzahlen versuchen, seine Partei einzuschüchtern.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Taiwan, Festland Chinas, Neue Partei