Sicherheit

Gericht hält Anhörung einer Frau, die von einem Tiger angegriffen wurde

21.12.2017


Eine 33-jährige Frau wurde im vergangenen Jahr in einem Tierpark in Beijing von einem Tiger angegriffen. Sie klagt nun auf Schadenersatz. Ihr Argument lautet, die Besucher seien nicht hinreichend vor Sicherheitsrisiken gewarnt worden.

Von der Klägerin wurde nur der Name Zhao bekannt. Sie war im Juli letzten Jahres im Badaling Wildlife World von einem sibirischen Tiger angefallen und weggeschleppt worden, nachdem sie in einem Durchfahrtgehege aus ihrem Auto ausgestiegen war.

Zusammen mit ihrem Ehemann und ihrer Mutter hatte sie den Park in der Nähe eines Abschnitts der Chinesischen Mauer besucht. Die Mutter war von einem weiteren Tiger getötet worden, nachdem auch sie aus dem Auto ausgestiegen war, um Zhao zu Hilfe zu kommen.

Überwachungsvideos des Angriffs waren in den Social Media verbreitet worden. Sie hatten heftige Diskussionen über das Verhalten der Frau ausgelöst. Es wurde die Frage aufgeworfen, ob die Wildtierparks des Landes sicher seien.

Am Dienstag fand am Volksgericht des Bezirks Yanqing eine Anhörung zu Zhaos Klage statt. Diese hatte sie im November des letzten Jahres eingereicht. Zhao fordert 2,18 Millionen Yuan (275.000 Euro) Schadenersatz von dem Park.

Zhaos Anwalt Wen Xiufeng sagte nach der Verhandlung, jeder Wildtierpark müsse eine unabhängige Sicherheitsprüfung durchlaufen. Erst dann dürfe er derartige Durchfahrt-Attraktionen eröffnen.

"Die Unterlagen, die von den Beklagten im Gerichtssaal vorgelegt worden sind, haben dies jedoch nicht nachgewiesen. Die Prüfung ist stattdessen von ihnen selbst durchgeführt worden", sagte Wen. "Die unzureichende Prüfung ist die Hauptursache für den Vorfall. Wir stellen die Rechtmäßigkeit des Projektes und das Geschäftsmodell des Parks infrage.

Darüber hinaus verfüge der Park über kein Notrufsystem, um auf einen solchen Vorfall zu reagieren. Der Park habe es versäumt, nach dem Angriff des Tigers wirksame Rettungsmaßnahmen einzuleiten, sagte Wen.

Die Anwälte des Parks wiesen die Vorwürfe zurück. Sie sagten, der Park habe seine Pflichten erfüllt, indem er die Besucher davor gewarnt hat, ihre Autos zu verlassen.

"Wir sind nicht der Meinung, dass uns in diesem Fall eine Schuld trifft. Wir haben vernünftige Rettungsmaßnahmen für die Frau eingeleitet", hat die Verteidigung gesagt, wie aus einer Mitteilung des Gericht hervorgeht.

"Die von der Klägerin geforderte Schadenersatzsumme ist zu hoch und entbehrt jeglicher Grundlage", fügte die Verteidigung hinzu.

Versuche von China Daily vom Dienstag, einen Sprecher von Badaling Wildlife World zu erreichen, waren erfolglos.

Das Gericht sagte, das Urteil werde zu einem späteren Zeitpunkt verkündet.

Anwalt Wen sagte, Zhaos Verletzungen kosteten die Familie viel Geld. Sie werde durch Kritik von Netizens wegen ihres Verhaltens belastet. Zhao hat keine öffentliche Erklärung abgegeben, warum sie das Fahrzeug verlassen hat.

"Meine Klientin hat nie gesagt, keinen Fehler begangen zu haben. Der Park sollte jedoch auch zur Rechenschaft gezogen werden", sagte er. Er fügte hinzu, aufgrund der öffentlichen Aufmerksamkeit sei die Frau arbeitslos.


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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Tierpark,Beijing,Tiger,Schadenersatz