Kinderschutz

Chinaweites Sexualstraftäter-Register gefordert

21.12.2017


Die Veröffentlichung der Namen von Sexualstraftätern soll Kinder schützen.

Ein landesweites Gesetz in China sei notwendig, um die persönlichen Daten von verurteilten Sexualverbrechern freigeben zu können und sie daran zu hindern, Jobs mit Kindern zu bekommen, sagten Juristen, nachdem viele lokale Städte versucht hatten, genau das zu tun. Ein Gerichtshof in der Stadt Huai'an in der ostchinesischen Provinz Jiangsu gab bekannt, dass es Namen und persönliche Daten von vier Männern online veröffentlichen werde. Sie wurden am 1. Dezember wegen sexueller Übergriffe auf Minderjährige verurteilt, wie der Legal Mirror am Dienstag berichtete.

Verurteilte Sexualstraftäter dürfen nicht in Positionen arbeiten, in denen sie in engem Kontakt mit minderjährigen Kindern stehen können, also beispielsweise in Schulen, Kindergärten und Vergnügungsparks. Die Namen verurteilter Sexualstraftäter werden einen Monat nach ihrer Verurteilung veröffentlicht, heißt es in einem Bericht von China Central Television.

Die Forderung nach einem Sexualstraftäter-Register hat eine hitzige Debatte in China ausgelöst, aber die meisten Experten sind sich einig, dass die Freigabe von Namen und Aufenthaltsort von Sexualstraftätern abschrecken und ähnliche Verbrechen zu verhindern würden. Die wichtigste Auswirkung der Veröffentlichung persönlicher Daten von Sexualstraftätern sei, dass dies eine zusätzliche Abschreckung schaffen würde, so Zong Chunshan, Direktor des Beijinger Zentrums für Jugendrecht und psychologische Beratung, gegenüber der Global Times. Sexuelle Übergriffe könnten ein Gewohnheitsverbrechen sein, und Gefängnisstrafen verhinderten nicht immer, dass Sträflinge ähnliche Verbrechen wieder begehen, so Zong. Experten warnten jedoch, dass die Veröffentlichung der Daten von Verbrechern ihre Privatsphäre verletzen könnte, so dass ein Gleichgewicht zwischen der Veröffentlichung der Daten eines Verurteilten und dem Schutz potenzieller Opfer erforderlich sei. „Der Schutz von Kindern soll vor der Privatsphäre von Sexualstraftätern stehen", so Zong weiter.

Qu Xinjiu, Dekan des Instituts für Strafrecht an der China University of Political Science and Law, sagte gegenüber Global Times, dass die Veröffentlichung von Sexualstraftätern in China nur lokal praktiziert werde. Es sei notwendig, es landesweit umzusetzen, da Täter von Stadt zu Stadt ziehen könnten und dadurch niemals entdeckt werden könnten. Chinas Bevölkerung hat eine hohe Mobilitätsrate, so dass die Veröffentlichung der persönlichen Daten von Sexualstraftätern die Menschen vor diesen Kriminellen warnen würde, so Qu. Zong sagte, die meisten Juristen, die er kennt, unterstützten die Veröffentlichung von Daten von Sexualstraftätern. „Es gibt wachsende Forderungen nach der Notwendigkeit, Kinder besser zu schützen und zu respektieren.“


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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: China,Sexualstraftäter,Gesetz,Kinder