Prognose

Besonnene Geldpolitik soll auch 2018 fortgesetzt werden

21.12.2017

Die chinesische Regierung werde höchstwahrscheinlich auch im Jahr 2018 eine zurückhaltenden Geldpolitik betreiben und genau wie im laufenden Jahr trotz eines geringeren Wirtschaftswachstums die Zügel nicht anziehen, so die Volkswirte eines führenden Think Tank, der die Regierung in finanzpolitischen Fragen berät.


Nach ihrer Ansicht liegen die größten finanziellen Risiken in der Schuldenpolitik, bei der man wohl erst in drei Jahre signifikante Verbesserungen wird feststellen können.

Li Yang, Direktor des Nationalen Instituts für Finanzen und Entwicklung bei der Chinesen Akademie der Sozialwissenschaften, sagte, dass die Risiken durch das hohe Schuldenniveau von Staatbetrieben und Lokalregierungen im nächsten Jahr dringlichere Maßnahmen zur Sicherung der Stabilität erforderlich machten.

"Die Zentralregierung legt mehr Wert auf die Qualität des Wachstums. Die schiere Quantität ist nicht mehr gefragt," sagte er.

Seine Kommentare sind auf der Linie der von der Zentralen Wirtschaftskonferenz in einer Stellungnahme unterbreiteten Maßnahmen.

In der Stellungnahme heißt es, dass China auch 2018 eine kluge und zurückhaltende Geldpolitik und eine proaktive Fiskalpolitik betreiben wolle. Ein qualitativ hochwertiges Wachstum der Wirtschaft solle angestoßen werden, dazu bedürfe es eines planvollen Vorgehens.

"Das Wachstum durch unausgesetzte Kreditaufnahme aufzublähen, ist keine nachhaltige Lösung. Wenn das Schuldenproblem ungelöst bleibt, wird die Volkswirtschaft in Mitleidenschaft gezogen werden", sagte Li.

Seit der Schuldenabbau zu einer der wichtigsten Aufgaben der Volkswirtschaft erklärt wurde, zeigen sich in seiner Umsetzung bereits erste Früchte.

Chinas Schuldenniveau ist in den ersten drei Quartalen 2017 nur leicht angestiegen. Die Verschuldung des nicht-finanzwirtschaftlichen Sektors sei in den ersten drei Quartalen des Jahres sogar um 2,9 Prozent gesunken, so die Daten des Think Tanks.

Der Fortschritt ist allerdings ungleich ausgefallen, da die Kreditaufnahme durch Staatsbetriebe und Lokalregierungen an Umfang zugenommen habe.

Man brauche noch mindestens drei Jahre, um eine signifikante Verbesserung in der Schuldenstruktur zu sehen, denn der Verschuldungsgrad kann nicht über Nacht gesenkt werden. Dies würde nämlich zu einem dramatischen Einbruch des Wirtschaftswachstums führen, meint Li. 

Um Wachstum sicherzustellen, muss die Zentralbank auf einigen Feldern durch geschickte Steuerung die Liquidität erhöhen, sagte er.

Lou Feng, Volkswirt an der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften (CASS), sagte: "China muss eine proaktivere Fiskalpolitik betreiben, um nächstes Jahr das Wirtschaftswachstum zu fördern. Dazu zählen eine geringere Neuverschuldung und eine effektivere Verteilung des Steueraufkommens über die Regionen ."

Nach einer Prognose der CASS wird China im Jahr 2018 ein geringeres Gesamtwachstum der Wirtschaft China erleben.

Für 2018 wird ein Wirtschaftswachstum von 6,7 Prozent erwartet, 0,1 Prozentpunkt weniger als in diesem Jahr.


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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Geldpolitik, 2018, China