Abwehr finanzieller Risiken

China beschränkt Bargeldabhebungen im Ausland

03.01.2018

Chinas kürzlich verschärfte Vorschriften für Bargeldabhebungen im Ausland hätten keinen Einfluss auf normale Bezahlvorgänge von Kunden und Touristen. Die Vorschrift ziele überwiegend auf die Abwehr finanzieller Risiken ab, sagten Fachleute am Montag.

 

Die Staatliche Devisenverwaltung (SAFE) ist Chinas Devisenregulator. Sie hat am Samstag neue Regeln für Bargeldabhebungen im Ausland durch Inhaber persönlicher Bankkarten angekündigt. Damit sollen Geldwäsche, Terrorfinanzierung und Steuervermeidung unterbunden werden. Die Vorschrift ist am Montag in Kraft getreten.

 

Die SAFE sagte in einem Rundschreiben, die Gesamtsumme der Barabhebungen im Ausland über alle einheimischen Bankkarten, die einer Person gehörten, werde auf 100.000 Yuan (12.800 Euro) pro Person und Jahr beschränkt.

 

Die Vorschrift betreffe nicht die mit ihrer Bankkarte bezahlten Ausgaben für Reise, Geschäfte und Studium oder die Bezahlung von Speisen, Unterkünften, Transport, Einkäufen oder andere Transaktionen. Die persönliche jährliche Devisensumme von 50.000 Dollar (41.600 Euro) eines jeden Bürgers sei nicht betroffen, besagt das Rundschreiben.

 

Überschreitet eine Person in einem Jahr den jährlichen Höchstbetrag, werden ihre Auslandsabhebungen in diesem und dem Folgejahr gesperrt.

 

Die Maßnahme solle Finanzrisiken eindämmen, indem kapitalbezogene Projekte reguliert werden. Sie werde sich positiv auf die gesunde Entwicklung der Realwirtschaft auswirken, sagte Tan Yaling. Er ist Leiter des in Beijing ansässigen China Forex Investment Research Institutes.

 

Die Vorschriften seien in Übereinstimmung mit den Zielen, die auf der Zentralen Wirtschaftsarbeitskonferenz 2017 formuliert wurden. Weiterhin seien sie im Einklang mit dem Ziel, die hochqualitative Entwicklung von Chinas Wirtschaft zu fördern, sagte Tan gegenüber der Global Times.

 

"Die Vorschrift wird für eine gewisse Zeit helfen, Finanzrisiken sowohl für Einzelpersonen, als auch für das Land, zu verringern. Man sollte sie nicht einfach als langfristige Verschärfung der Politik sehen", sagte Tan.

 

Nicht alle Investoren verhielten sich rational. Die neuen Regeln würden zu einem gewissen Grad an Vorsicht führen, merkte Tan an.

 

Chinesische Touristen neigten dazu, Bargeldabhebungen im Ausland zu vermeiden. Sie hätten Bedenken bezüglich des Wechselkurses im Ausland und der ungewohnten Benutzerschnittstelle, sagte eine Versammlungs- und Ausstellungsfachfrau namens Liu gegenüber der Global Times am Montag.

 

"Es ist sehr empfehlenswert, vor Reiseantritt genügend Bargeld vorzubereiten oder Kreditkarten und mobile Bezahlmethoden einzusetzen. Da Barabhebungen das letzte Mittel der Wahl sind, wird die neue Vorschrift bevorstehende Reisen nicht beeinflussen", sagte sie.

 

Im September 2017 hatte die SAFE damit begonnen, von chinesischen Banken tägliche Berichte über die Auslandsabhebungen ihrer Bankkarteninhaber zu verlangen. Auch alle Transaktionen, die einen Wert von 1000 Yuan (128 Euro) übersteigen, müssen gemeldet werden.


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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: China, Bargeldabhebung, Ausland