Währungsreserven

Bundesbank hält Renminbi-Bestände im Rahmen einer langfristigen Strategie

12.02.2018

Die Entscheidung der deutschen Bundesbank, Geldreserven in Renminbi zu halten, sei Teil einer Langzeitstrategie. Sobald die Vorbereitungen dazu abgeschlossen sein werden, würde das Investment realisiert, sagte ein Sprecher der Bundesbank gegenüber der Nachrichtenagentur Xinhua.

 

 

"Die Entscheidung des Bankenvorstandes, Währungsreserven in Renminbi zu halten, ist im Sommer 2017 gefällt worden," teilte die Bundesbank Xinhua in einer Email mit.

 

Darüber hinaus sagte die Bundesbank, dass der Entschluss zum Investment in Yuan Bestandteil einer langfristigen Strategie sei und die steigende Bedeutung der chinesischen Währung für das internationale Finanzsystem reflektiere.

 

Im Januar 2018 hielt die Bundesbank Währungsreserven im Wert von ungefähr 31,2 Mrd. EUR. Achtzig Prozent dieser Bestände sind in Staatsanleihen angelegt. Gegenwärtig ist die Bundesbank nicht nur in US-Dollar und japanischen Yen investiert, sondern seit 2012 auch in australischen Dollar.

 

Da die Währungsreserven der meisten Zentralbanken in Dollar angelegt sind, bedeutet jeder Wechsel zu einer anderen Währung, dass dies zu Lasten der Dollarbestände geht.

 

"Die Entscheidung, mit Dollarreserven in den Yuan zu investieren, hat ihre Ursache darin, dass die Konvertierung des Renminbi meist an den Dollar gebunden ist, so dass die Transaktionskosten beim Aufbau eines kleinen Yuan-Portfolios gering gehalten werden können," so die Europäische Zentralbank gegenüber Xinhua.

 

Letzten Juni hatte die Europäische Zentralbank berichtet, dass sie einen Dollarbetrag im Wert von 500 Millionen EUR zum Aufbau einer Reserve in Yuan aufgewandt hätte.

 

Der Analyst der HSH Nordbank AG, Marius Schad, geht davon aus, dass diese Umgestaltung der Währungskörbe mit der Entscheidung des Internationalen Währungsfonds (IMF) aus dem Jahr 2015 zusammenhängt, die chinesische Währung  in den Währungskorb des IMF aufzunehmen. Die Zentralbanken der einzelnen Länder der Welt gestalten ihre Währungskörbe mit einer gewissen Zeitverzögerung nach dem Vorbild des IMF.

 

"Es überrascht nicht, dass sowohl die Entscheidung der Europäischen Zentralbank wie auch der Bundesbank in erster Linie von der Anerkennung des Yuan durch den IWF beeinflusst ist," sagte Schad gegenüber Xinhua, "Aber das ist nur ein Teil der Geschichte. Die Aufnahme des Yuan in die Währungsreserven wichtiger Zentralbanken ist ein Zeichen sowohl für die führende Rolle Chinas in der Weltwirtschaft wie auch für die wachsende Bedeutung des Yuan innerhalb des Weltwährungssystems.

 

Der Schwenk zu Anlagen in Yuan müsse jedoch eher als eine Symbolhandlung als eine Handlungsweise aus ökonomischer Notwendigkeit gesehen werden. Gegenwärtig würden nur ein Prozent der Währungsreserven der Europäischen Zentralbank in Yuan gehalten werden.

 

Zahlreiche Experten gehen davon aus, dass die Initiative “Ein Gürtel – Eine Straße” die Verwendung des Yuan in denjenigen Ländern fördern wird, in denen China investiert und mit denen China Handel treibt.

 

Nach Meinung des Analysten Schad ist die Rolle einer Reservewährung wichtig in Hinblick auf eine Akquirierung von Finanzmitteln und der Tätigung von Investitionen.

 

Er schlägt unterstützende Massnahmen wie eine Verbindung der Aktienkapitalmärkte von Shanghai und Hongkong vor, die geeignet wären, die Internationalisierung des Yuan zu fördern.

 

Je mehr der Yuan im internationalen Handel und Finanzwesen zum Einsatz komme, so der Experte, desto schneller wachse die Wahrscheinlichkeit, dass er zu einer Transaktions- und Reservewährung aufstiege.

 

 

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: deutsche Bundesbank,Renminbi,Währungsreserven