Nordkorea und China

Lernen von Reform und Öffnung

16.05.2018

Am Montag traf eine Delegation nordkoreanischer Regierungsmitarbeiter in Beijing ein, um Lehren aus Chinas Wirtschaftsentwicklung der letzten Jahrzehnte zu ziehen. Die Reise markiert einen weiteren Schritt in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen China und Nordkorea.

 

Eine Delegation nordkoreanischer Regierungsmitarbeiter kam am Montag in Beijing an, um mehr über Chinas Reform- und Öffnungspolitik sowie die Wirtschaftspolitik zu lernen. Dies markiert nach dem Besuch einer chinesischen Delegation in Nordkorea bereits den zweiten direkten bilateralen Austausch zwischen den beiden Ländern binnen einer Woche. Pjöngjang hatte im Vorfeld angekündigt, seinen Fokus auf die Wirtschaft zu legen und das Nuklearwaffenprogramm aufzugeben.

 

Einer Einladung der internationalen Abteilung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas folgend traf die Besuchergruppe der Partei der Arbeit Koreas am Montag in Beijing ein, wie der Sprecher des Außenministeriums Lu Kang während der täglichen Presserunde am Dienstag mitteilte.

Das Ziel der Gruppe sei es, die Erfolge von Chinas Reform- und Öffnungspolitik zu sehen sowie über „heimische Wirtschaftsentwicklung” zu lernen, wie Lu erklärte.

 

Die Gruppe wird von Pak Thae-song geleitet, einem Mitglied des Politbüros und Vize-Vorsitzender des Zentralkomitees der Arbeiterpartei, wie die Korean Central News Agency berichtete.


„Nordkoreas wirtschaftliche Entwicklung sowie sein Verhältnis zu China befinden sich in einer entscheidenden Phase”, sagt Lü Chao, Wissenschaftler an der Liaoning Akademie für Sozialwissenschaften, gegenüber der Global Times. „Jetzt, da Pjöngjang mehr Willen und Handeln für eine friedliche Entwicklung zeigt, wird Beijing die notwendige Hilfe dafür bereitstellen.“ Jedoch sei diese Hilfe begrenzt, schränkte er ein:„Obwohl es zahlreiche Lektionen von China lernen kann, ist es nicht möglich, dass Nordkorea einfach Chinas Modell kopiert. Stattdessen muss Nordkorea ein eigenes, passendes Entwicklungsmodell finden.“

 

Lu gab keine Informationen bezüglich der Länge oder des Reiseplans der Tour. Chinesische Experten vermuten jedoch, dass die Reise repräsentative Städte wie Shenzhen und Zhuhai in der südlichen Provinz Guangdong einschließen könnte.


Als Chinas erste Sonderwirtschaftszone 1978 nach der Reform und Öffnung gegründet wurde, wandelte sich Shenzhen von einem Fischerdorf zu einer Metropole mit dem drittgrößten Bruttoinlandsprodukt auf dem chinesischen Festland.


Eine nordkoreanische Sonderwirtschaftszone könnte in rechtlicher und administrativer Hinsicht ein Pilotprojekt für ausländische Investitionen werden, das sich von den restlichen Regionen des Landes unterscheidet, indem es auf eine effiziente und sichere Weise ausländisches Kapital anzieht, wie Lü erklärt. Im Vergleich zu Südkorea seien Chinas Erfahrungen nützlicher für Nordkorea, da beide Länder ein ähnliches politisches System anwenden, fügt er hinzu.

 

Die offizielle Reise folgt dem Besuch einer vom chinesischen Botschafter Li Jinjun geführten chinesischen Delegation in Sinuiju, Hauptstadt der nordkoreanischen Provinz Nord-Pyongan, am Freitag und Samstag. Hierbei hatte die nordkoreanische Seite den Wunsch nach mehr Austausch und Kooperation mit Chinas Provinz Liaoning geäußert, wie Xinhua News am Sonntag berichtete. 


Diesen Artikel DruckenMerkenSendenFeedback

Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Nordkorea,China,Reform,Öffnung