Umfrage

Schüler wegen Nachhilfestunden häufig überlastet

11.08.2018

Chinesische Eltern schicken ihre Kinder in den Sommerferien häufig in außerschulische Kurse, wie eine kürzlich veröffentlichte Umfrage zeigt. Dadurch sind die Kinder trotz weniger Hausaufgaben mit einer höheren Arbeitsbelastung konfrontiert.

Kinder tanzen in den Sommerferien

In einer Umfrage, welche die Tageszeitung China Youth Daily letzte Woche publizierte, gaben etwa 60 Prozent der Eltern an, dass sie ihre Kinder schulische Defizite durch Nachhilfeunterricht verbessern lassen. Rund die Hälfte räumte ein, dass sie ihre Kinder in außerschulische Klassen schicken, um mit anderen Eltern Schritt zu halten.

Die achtjährige Liu Yuehan aus Beijing muss in den Sommerferien sechs Nachhilfekurse besuchen. Auch nach Beginn des neuen Schuljahrs wird die Zweitklässlerin einen vollen Terminkalender behalten. Von Montag bis Sonntag büffelt sie Englisch, Mathematik, Tanzen, Klavierspielen, Zeichnen und Gymnastik. Sie hat jeden Tag nur wenige Stunden Freizeit, die sie für Hausaufgaben und Spielen nutzt.

"Ich weiß, dass meine Tochter zu viel Druck für ihr Alter erlebt“, sagte Mutter Wang Lijuan zu China Daily. „Aber ich habe keine Ahnung, was ich sonst tun soll. Es gibt einfach zu viele Nachhilfestunden und alle melden sich an." Sie sehe überall Werbung für die Zusatzstunden: in der U-Bahn, an Bushaltestellen und in Aufzügen.

“Um mich herum schickt jeder sein Kind in solche privaten Bildungseinrichtungen“, erzählt die Mutter weiter. „Ich habe das Gefühl, dass ich meine Tochter vernachlässige, wenn ich sie nicht in all diese Stunden schicke.“

Sun Liqiang, der Vater eines Viertklässlers aus Shijiazhuang in der Provinz Hebei, schickt seinen Sohn zu vier Nachhilfestunden, in denen er jeweils eine Stunde Englisch und Klavier und zwei Stunden Mathematik paukt. "Ich muss mein Kind mit Nachhilfe fördern, damit es sich von seinen Altersgenossen abhebt und schließlich Zugang zu einer guten Universität erhält. Ich weiß, dass es ihn sehr deprimiert, keinen richtigen Urlaub zu haben. Aber es ist besser, Nachhilfeunterricht zu nehmen, als zu Hause zu sitzen und Computer zu spielen.“

Die Hälfte der Befragten gab an, dass die Kinder den Unterricht nicht freiwillig besuchen. Mehr als 65 Prozent haben die Hoffnung, dass die Eltern ihre Ansichten zu Bildung ändern und weniger ängstlich sind.

Laut Yang Dongping, Dekan des Bildungsforschungsinstituts des 21. Jahrhunderts in Beijing, fülle der Privatunterricht eine Lücke, die durch eine mangelhafte Qualität der schulischen Bildung entstanden sei. Die wirkliche Lösung zur Verringerung der schulischen Arbeitsbelastung der Schüler sei deswegen, die Qualität der Schulen zu verbessern.

“Wir sollten nicht die Eltern oder die Anbieter außerschulischer Kurse für die Situation verantwortlich machen“, sagte Yang. „Eine gründliche Erneuerung des prüfungsorientierten Bildungssystems in China wäre eine bessere Lösung und würde die Belastung der Schüler verringern.“

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Schüler,Nachhilfestunden,China,Bildung