Technische Innovationen treiben Toilettenrevolution voran

01.03.2019

Der Stadtteil Gulangyu mit seinen rund 20.000 Einwohnern ist eine berühmte Sehenswürdigkeit der südchinesischen Küstenstadt Xiamen. Auf der kleinen Insel werden täglich über 30.000 Besucher registriert. Diese Masse an Menschen ist eine große Herausforderung für die öffentlichen Toiletten. Durch eine probeweise Anwendung neuer Technologien in einem Teil der Toiletten können nun jedoch Wasser gespart und die Exkremente vor Ort aufbereitet werden. Dadurch entsteht weniger Umweltverschmutzung.

In einem Touristengebiet auf der Insel Gulangyu gibt es zum Beispiel die „Zhao He Shan"-Toilette. Sie ist bereits 20 Jahre alt. Aufgrund rückständiger Abwasseraufbereitung stank das WC früher sehr und es wurde viel Wasser verschwendet. Dank fortgeschrittener Umweltschutztechnologien werden das Abwasser und die Exkremente nun aber in Festkörper, Flüssigkeiten und Gas verwandelt und dann abgeleitet. Herr Liu erklärte bei seinem Besuch in dem Gebiet:

„Die Toilette ist sauber und ordentlich. Es wird hier viel auf Umweltschutz geachtet und es stinkt nicht."

Die Aufbereitungstechnologie benötigte in der Nähe der Toilette jedoch einen 20 Quadratmeter großen Anlagenraum. Aus diesem Grund glaubt Su Feng, ein Beamter der Verwaltung für Stadtbild und Hygiene des Bezirks Siming, diese Technologie sei vor allem in weitläufigen Gegenden wie Parks und Sehenswürdigkeiten zu empfehlen.

„Wir benötigen einen Anlageraum. Das muss also bei der Planung berücksichtigt werden. Außerdem brauchen wir für die Aufbereitungsanlagen eine gute Stromversorgung."

In vielen Gebieten Chinas befinden sich die Sehenswürdigkeiten aber in großen Höhen. Dort kann diese Technologie aufgrund der Abgeschiedenheit nicht genutzt werden. So zum Beispiel auf dem Emei-Berg oder im Naturschutzgebiet Jiuzhaigou in Sichuan. Die höchste Stelle dieser Orte liegt mehr als 4.000 Meter über dem Meeresspiegel. Aufgrund dieser Höhe, der niedrigen Temperaturen und eines Wassermangels müssen Stuhl und Urin in den öffentlichen Toiletten dieser Regionen mit einer Technik für mikrobiologischen Abbau beseitigt werden.

Zhan Guoqiang, einem Forscher am Chengdu'er Biologieinstitut der Chinesischen Akademie der Wissenschaften zufolge wurden bei einer 2018 neu in Betrieb genommenen öffentlichen Toilette am Emei-Berg neue Technologien eingesetzt, zum Beispiel biologischer Abbau sowie ein Heiz- und Wärmeschutzsystem. Damit sei das Ziel einer Null-Verschmutzung mit hoher Energieeinsparung erreicht worden.

„Wir selektieren die funktionellen Bakterien und nutzen bei der Kot- und Urinaufbereitung unser Heizsystem. Für die Wärmeisolation werden Solar- und Windenergie genutzt."

Eine solche Toilette kommt in mehreren Sehenswürdigkeiten in Sichuan zum Einsatz. In Zukunft ist sogar mit einer intelligenten Verwaltung öffentlicher Toiletten zu rechnen. Anhand von Big-Data-Analysen können Toiletten in Sehenswürdigkeiten fernüberwacht werden. Dadurch kann deutlich Personal gespart werden.

An vielen Orten halten die Landwirte die Verbesserung der Toiletten für eine der wichtigsten Veränderungen ihrer Heimat. Heutzutage haben sie nicht nur in ihren Häusern eigene Toiletten, auch die öffentlichen Toiletten sind so sauber, dass sie dem eigenen Klo in fast nichts nachstehen.

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Quelle: CRI

Schlagworte: Technische Innovationen,Toilettenrevolution,Xiamen