Verbraucherrechte

Chinesische Studentin verklagt Shanghai Disneyland

14.08.2019

Weil sie ihre mitgebrachten Snacks nicht mit in den Vergnügungspark nehmen durfte, verklagte eine Studentin Disneyland Shanghai. Dieser Fall sorgt für großes Aufsehen im Internet. In einigen der weltweiten Disneylands ist es bereits erlaubt, Speisen von außen mit hereinzunehmen.



Disneyfiguren und Besucher im Shanghai Disney Resort, Foto: Yin Liqin, China Daily.


Als Reaktion auf eine Klage gegen die Richtlinie „Keine Speisen und Getränke von außen" erklärte Shanghai Disneyland am Montag, dass die Regel „mit vielen anderen Themenparks in ganz China vereinbar" sei und „Gäste ihre eigenen Speisen und Getränke gerne außerhalb des Parks genießen dürfen“.


Die Klage wurde von einer Jurastudentin der East China University in Shanghai eingereicht, nachdem sie vom Parkwächter angewiesen worden war, die Snacks, die sie in ihrem Rucksack mitgebracht hatte, entweder wegzuwerfen oder sofort zu konsumieren. Laut dem Nachrichtenportal thePaper.cn warf sie die Snacks, die 46,3 Yuan (6,60 US-Dollar) wert waren, nach einer Reihe gescheiterter Versuch - darunter mündliche Auseinandersetzungen mit Sicherheitsleuten und Telefonanrufe bei der Polizei und bei den offiziellen Beschwerdestellen der Stadt – letztlich in den Müll, um den Park betreten zu dürfen. Die Studentin namens Wang besuchte den Park Ende Januar. Anschließend reichte sie beim Volksgerichtshof in der New Area von Pudong Klage ein, wo sich der Themenpark befindet. Sie forderte, dass das Verbot aufgehoben werde und der Park ihren Verlust kompensieren müsste. Der Fall wurde am 23. April verhandelt und das Urteil steht noch aus. Seit der Bekanntgabe durch eine Reihe chinesischer Medien am Wochenende hat der Fall in den sozialen Medien heftige Diskussionen darüber ausgelöst, ob es für den zweitgrößten Walt Disney Park der Welt angemessen ist, Besuchern das Recht zu verweigern, ihr eigenes Essen mitzubringen. Einige argumentieren, dass die im Park angebotenen Speisen und Getränke zu teuer sind, was die Motive für die Regelung zweifelhaft erscheinen lasse. In einer Online-Umfrage auf shobserver.com gaben 40 Prozent der Befragten an, mit einer solchen Regelung einverstanden zu sein, solange es keinen Preisunterschied zwischen den im und außerhalb des Parks verkauften Lebensmitteln gibt.

 

An der Umfrage beteiligten sich mehr als 3000 Menschen in weniger als sechs Stunden. Shanghai Disneyland hat seit November 2017, mehr als ein Jahr nach seiner Eröffnung, das Mitnehmen von Lebensmitteln, Alkohol und alkoholfreien Getränke über 600 Milliliter verboten. Dies ist nicht das erste Mal, dass Shanghai Disneyland wegen der Richtlinie verklagt wurde. Im Juni 2018 versuchte ein Anwalt aus Suzhou in der Provinz Jiangsu den Themenpark vor Gericht zu bringen, indem er ihn beschuldigte, die Verbraucherrechte verletzt zu haben. Aber das Gericht lehnte seine Berufung ab.



Wang klagte zusammen mit drei ihrer Klassenkameraden und einem Lehrer und beschrieb den Fall als einen „Dienstleistungsvertragsstreit". Sie nannte das Verbot eine unfaire Klausel in Standard-Verbraucherverträgen. Sie zitierte auch eine Erklärung des Obersten Gerichtshofs, in der laut thePaper.cn die Regelung, keine Speisen und Getränke von außen in der Gastronomie zu verbieten, als „Mobbing " bezeichnet wurde. In einem gerade erschienen Universitätsmagazin schrieben Wang und ihre drei Klassenkameraden, die sich alle mit internationalem Recht befassen, es liege in der Natur eines Anwalts, den Status Quo zu beanstanden.


Im Jahr 2014 gewann ein Student in Yantai in der Provinz Shandong eine Klage gegen ein lokales Kino, das ihm untersagte, sein eigenes Getränk mitzubringen. Weltweit sind drei der sechs Disneyland-Parks offen für Speisen und Getränke, die nicht von Disneyland angeboten werden, während die drei in Asien - Tokio, Hongkong und Shanghai - eine Politik des Verbots von Speisen und Getränken verfolgen.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Shanghai,Disneyland,Anklage,Verbraucherrechte,China,Verbot