Sommerkurse im Ausland liegen bei Chinas Schülern im Trend

14.08.2019

Immer mehr chinesische Eltern nutzen die Sommerferien, um ihre Kinder für ein Kurzstudium ins Ausland zu schicken. Für manche steht der Spaß im Vordergrund, andere bereiten ihre Kinder gezielt auf ein Studium im Ausland vor.



Schüler der Pinghu-Mittelschule in Zhejiang nehmen im amerikanischen Oregon an einem Sommerkurs für fortgeschrittene Robotik teil, Foto: China Daily.

 

Zhou Xiaodong, der stellvertretende Generaldirektor eines Unternehmens in Wuhan, Provinz Hubei, überlegt schon lange, ob er seinen Sohn an eine ausländische Universität schicken soll. Um ihm zu helfen, sich im Voraus an das Leben im Ausland zu gewöhnen, schrieb er ihn im vergangenen Jahr in einem Sommerlager in den Vereinigten Staaten ein.


Zuerst wollte der Junge nicht im Ausland studieren. Doch nach seiner Rückkehr aus dem Sommerlager äußerte er die Hoffnung, an einer ausländischen Universität zu studieren. „Er hat eine Menge Wissen über den Lebensstil seiner Schulkollegen in Übersee gesammelt, wie sie die Zeit verbringen und lernen. Er hat einige ausländische Freunde gewonnen und seine Fähigkeit, mit Menschen umzugehen, verbessert“, sagte Zhou.


Für chinesische Schüler sei es eine gängige Methode, sich akademisch und mental vorzubereiten, erläutert Shao Yuan, Marketingdirektorin des Bildungsunternehmens Knowledge Link. Chinesische Kinder reisten bereits in jungen Jahren zu Sommercamps im Ausland, manche bereits vor der Einschulung.


In den laufenden Sommerferien haben bisher mindestens 500 chinesische Studenten an Sommercamps teilgenommen, die von der Firma im Ausland organisiert wurden. Die Camps sind thematisch auf Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen, Kunst und Mathematik oder projektbasiertes Lernen ausgerichtet.


„Indem die jungen Schüler im Voraus mit dem internationalen Studien- und Lebensumfeld vertraut gemacht werden, betrachten viele chinesische Eltern die Sommercamps als eine gute Möglichkeit, ihre Kinder für das künftige Auslandsstudium vorzubereiten“, sagte sie.


Kevin Wang, Marketingdirektor von Global Tour Study bei der New Oriental Education & Technology Group, sagte, dass solche Sommercamps im Ausland, die normalerweise mindestens 30.000 Yuan (3.800 Euro) pro Reise kosten, von einigen wohlhabenden Eltern gut aufgenommen wurden.


Studenten, die an diesen Programmen teilnehmen, sind meistens zwischen 10 und 18 Jahren alt. Die jüngeren Grundschüler wählen in der Regel Camps in näher gelegenen Regionen wie Japan und Singapur, während diejenigen in der Mittelschule, die sprachlich leistungsfähiger und eigenständiger sind, an Programmen in weiter entfernten Ländern wie Großbritannien und den Vereinigten Staaten teilnehmen, erklärte Wang.

„Im Allgemeinen hat die Mehrheit der Eltern, die sich für Sommercamps in Übersee entscheiden, einen langfristigen Plan für ihre Kinder, beispielsweise ein Studium oder sogar die Auswanderung. Sie hoffen, dass die Kinder durch die Teilnahme an solchen Sommercamps ihre Sprachkenntnisse verbessern und das Reiseerlebnis bereichern können“, fügte er hinzu.

Dadurch, dass die Studenten für eine Woche oder einen Monat in eine authentische und exotische Umgebung eintauchen, könnten sie einen ersten Eindruck von einem Auslandsstudium sammeln. Es helfe ihnen auch dabei herauszufinden, ob sie sich diesen Schritt überhaupt zutrauen.


Zhang Xin aus Zhengzhou schickte ihre sechzehnjährige Tochter Anfang des Monats zur St. Mary’s School in Oregon, wo sie sich in einem einwöchigen Sommercamp mit Robotik und Programmierung beschäftigte.

Dort nahm sie zusammen mit Gleichaltrigen aus verschiedenen Ländern an einer Vielzahl von Kursen und Aktivitäten teil. Dabei ging es um die Fertigung von Robotern, Bergklettern und Wandern im Dschungel.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Sommerkurse,Ausland,China,Schüler,Studium