Perspektiven nach dem Lockdown

Was uns Chinas Wiedereröffnung über die Zukunft der Aktien aussagt

22.05.2020

Während zahlreiche westliche Volkswirtschaften noch immer mit den Folgen des Lockdowns aufgrund der Coronakrise kämpfen, hat sich das Wirtschaftsleben in China wieder normalisiert. Zahlreiche Unternehmen haben den normalen Betrieb wieder aufgenommen.



Ein Blick auf die geschäftige Werkstatt von CRRC Changchun Rail Bus Co., Ltd. (Foto: Xinhua)

 

China hat die Welt angeführt, als es seine Wirtschaft wegen COVID-19 herunterfahren musste, und es hat auch beim erneuten Anlaufen der Wirtschaft die Führung übernommen. Mitte April wurden die Beschränkungen der Bewegungsfreiheit aufgehoben, Schulen und Unternehmen folgten rasch. Damit ist das Land den USA und Europa um zwei Monate voraus, die gerade erst mit der Aufhebung der Beschränkungen beginnen.

 

Jetzt, da viele Länder ihre Volkswirtschaften wieder hochfahren, fragen sich Investoren, was sie von den Reaktionen chinesischer Unternehmen lernen können.

 

Das Bau- und das verarbeitende Gewerbe haben eine v-förmige Erholung verzeichnet. Dies spiegelt sich im Anstieg von Chinas Einkaufsmanagerindex für Hersteller wider, eine Messzahl für die wirtschaftliche Aktivität, die von 36 Punkten im Februar auf 52 Punkte im März gestiegen ist. Mitte April sah es auch so aus, also habe sich die Industrieproduktion wieder normalisiert, sagte Ma Wenchang vom Investmentmanager Ninety One.

 

Guy Foster von der Investmentfirma Brewin Dolphin stimmte zu, dass die Bau- und Herstellerbranche die wirtschaftliche Erholung anführen und wieder normale Niveaus erreichen.

 

Winston Ke von First State Investments fügte jedoch hinzu, dass sich inländische Sektoren, gemessen an der Erfahrung in China, schneller erholen werden, als exportierende Unternehmen, da die weltweite Nachfrage nach Waren immer noch gering sei.

 

Verglichen mit dem Bau- und dem verarbeitenden Gewerbe sind die Konsumausgaben für Freizeit und Beherbergung in China noch immer gering. Foster merkte an, dass die Straßen selbst Wochen nach der Aufhebung der Beschränkungen ruhiger seien als gewöhnlich, und auch die Konsumenten zurückhaltender seien, was das Ausgehen und Geldausgeben betrifft. Die Nachfrage im Dienstleistungssektor bewege sich nur bei der Hälfte des normalen Niveaus, obwohl der Onlineabsatz die Nachfrage unterstützt.

 

„Restaurants haben Trennbretter an ihren Tischen installiert und laufen nur mit halber Kapazität, um das Risiko einer Ausbreitung des Virus zu verringern. Unterhaltungseinrichtungen wie Kinos und Museen bleiben in ganz China geschlossen“, sagte Ma.

 

Doch nicht alle Konsumausgaben erholen sich langsam. Rob Marshall-Lee von BNY Mellon Investment sagte, dass die Lockerung der Ausgangsbeschränkungen im April zu einem schnellen Wiederaufleben bei einigen Arten des Konsums führen werde.

 

„In Gesprächen mit zahlreichen chinesischen Unternehmen habe ich erfahren, dass einige wieder ziemlich normalen Geschäftsbetrieb aufgenommen haben. Die chinesischen Filialen von Nike sind seit Wochen wieder geöffnet und die Lieferketten für Halbleiter der holländischen Firma ASML funktionieren nach einigen Startschwierigkeiten auch wieder gut“, sagte er.

 

Die Nachfrage nach Kosmetika scheint sich aufgrund der aufgestauten Nachfrage ebenfalls wieder erholt zu haben und der Autoabsatz hat eine scharfe, v-förmige Erholung hingelegt, merkte er an. „Im Februar brach der Autoabsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 82 Prozent ein, im April betrug der Rückgang nur drei Prozent. Innerhalb von zwei Monaten hat sich der Markt wieder normalisiert”, sagte er.

 

Andy Rothman von der Investmentfirma Matthews Asia merkte an, dass die Erholung beim Autoabsatz die Tatsache widerspiegele, dass die Mittelklasse und wohlhabende Kunden ausreichend Geld und Vertrauen in die Zukunft besitzen, um größere Ausgaben zu tätigen.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: China,Wiedereröffnung,Lockdown,COVID-19